Kulturhandbuch 2010
Anreise
Walhalla
In der
Gedenkstätte Walhalla (nach Walhall,
„Halle der Gefallenen“) in Donaustauf
(Oberpfalz) werden
seit 1842 bedeutende Deutsche
sowie mit der Geschichte
Deutschlands und der deutschsprachigen Völker
verbundene Persönlichkeiten mit Marmorbüsten
und Gedenktafeln geehrt.
Walhalla ordnet sich in die Gruppe der monumentalen Gedenkbauwerke Deutschlands ein, zusammen mit dem Niederwalddenkmal (bei Rüdesheim am Rhein), dem Völkerschlachtdenkmal (Leipzig), dem Barbarossadenkmal (Kyffhäuser), dem Hermannsdenkmal (bei Detmold) sowie der Berliner Siegessäule.
Der Architekt Leo von Klenze errichtete den als „Ruhmestempel“ gedachten Bau von 1830 bis 1842 im Auftrag König Ludwigs I. von Bayern hoch über der Donau bei Regensburg. Die Walhalla entstand im klassizistischen Stil und erhielt die Gestalt eines marmornen griechischen Tempels nach dem Vorbild des Parthenon in Athen. Benannt ist sie nach Walhall, der Wohnstatt der tapfersten gefallenen Krieger in der germanischen Mythologie.
Bei der Eröffnung wurden 160 Personen mit 96 Büsten und, in den Fällen fehlender authentischer Abbildungen, 64 Gedenktafeln geehrt. Heute wird mit 128 Büsten und 65 Gedenktafeln an 193 Personen und Gruppen erinnert. Nur elf der Geehrten sind Frauen, obwohl diese von Ludwig I. ausdrücklich einbezogen wurden: „Kein Stand nicht, auch das weibliche Geschlecht nicht, ist ausgeschlossen. Gleichheit besteht in der Walhalla; hebt doch der Tod jeden irdischen Unterschied auf."
Die Walhalla ist Eigentum des Freistaats Bayern. Jedermann kann eine zu ehrende Persönlichkeit aus der germanisch-deutschen Sprachfamilie frühestens 20 Jahre nach deren Tod vorschlagen und trägt dann gegebenenfalls die Kosten für die Anfertigung und Aufstellung der Büste. Über die Neuaufnahmen entscheidet der Bayerische Ministerrat.
Die Vulkaneifel ist eine bis etwa 700 m hohe, in Rheinland-Pfalz gelegene Region der Eifel, die sich durch ihre in besonderem Maß mit Vulkanismus verknüpfte geologische Geschichte auszeichnet. Charakteristisch für die Vulkaneifel sind die typischen Eifelmaare, zahlreiche andere Zeugnisse vulkanischer Aktivitäten wie Vulkanbauten, Lavaströme und Vulkankrater. Die Vulkaneifel ist heute immer noch vulkanisch aktiv. Ein Kennzeichen dieser vulkanischen Aktivität sind austretende vulkanische Gase, wie zum Beispiel im Laacher See.
Die Vulkaneifel wird naturräumlich in drei Teile gegliedert:
· Vulkanische Westeifel (Verbandsgemeinden Manderscheid, Daun, Gerolstein, Obere Kyll, Hillesheim,
· Vulkanische Hocheifel (Verbandsgemeinden Adenau, Kelberg, Ulmen),
· Vulkanische Osteifel (Verbandsgemeinden Brohltal, Vordereifel, Mendig, Maifeld, Pellenz ).
Die
Zentren der Vulkaneifel bilden die Region um Daun und Manderscheid und die
Gebiete im Landkreis Mayen-Koblenz. Die Landschaft der Vulkaneifel ist durch
die Formen des jungen Vulkanismus geprägt. Vulkankrater, mächtige Bims- und
Basalt-Ablagerungen und Maare erzeugen eine abwechslungsreiche Landschaft, die
eindrücklich von den geologisch sehr jungen Ereignissen erzählen. Die
gesamte Vulkaneifel erstreckt sich über ein Gebiet von etwa 2000 km²
und wird von mehr als 200.000 Menschen bewohnt.
Der Vulkanismus der West- und Osteifel ist im Gegensatz zu dem der Hocheifel viel jünger. Er begann in der Westeifel in der Gegend von Daun, Hillesheim und Gerolstein vor etwa 700.000 Jahren und schuf eine etwa 50 km lange, von Nordwesten nach Südosten verlaufende Kette von etwa 100 Aschevulkanen, Schlackenkuppen und Kratern zwischen Bad Bertrich und Ormont. Besonders häufig sind in der Westeifel die Maare, vor allem in den äußeren Bereichen des Vulkanfeldes. Von den über 50 Maaren sind heute noch acht mit Wasser gefüllt. Weitere 80 ehemalige Ausbruchszentren haben keinen Krater oder Vulkan und sind nur mit speziellen Methoden nachzuweisen.
Sehenswürdigkeiten:
Auf dem höchsten Punkt der 558 Meter hohen "Steineberger Ley" steht die Vulcano-Plattform, ein 28 Meter hohe Turm aus Douglasienholz, der tagtäglich das Ziel von Wanderern und Radtouristen ist. Wer die 130 Stufen zur Aussichtsplattform erklettert, hat von hier aus einen großartigen Blick über die Landschaft der Vulkaneifel. Die Treppenanlage und Stützen sind aus Douglasienschnittholz, verarbeitet als Brettschichtholz. Die gerne besuchte Aussichtsplattform wurde durch die Ortsgemeinde Steineberg errichtet und mit Landes- und EU Mitteln gefördert. www.vulcanoplattform.de
Weitere Attraktionen im Raum Daun:
Vulkanhaus Strohn
Lavabombe Strohn
Strohner Märchen
Schalkenmehrener Maar
Vulkanmuseum Daun
Weitere Attraktionen im Raum Gerolstein:
Brunnenplatz Gerolstein
Sarresdorfer Lavastrom
Gerolsteiner Dolomiten
Die Eifelstrecke ist eine nicht elektrifizierte Hauptbahn in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz von Hürth-Kalscheuren über Euskirchen und Gerolstein nach Trier-Ehrang mit einer Anbindung nach Köln Messe/Deutz einerseits und andererseits nach Trier. Die Strecke ist nördlich von Gerolstein weitgehend zweigleisig ausgebaut. Vor dem ersten Weltkrieg plante die preußische Eisenbahnverwaltung, die Eifelbahn als eine der ersten Bahnstrecken in Deutschland zu elektrifizieren. Doch scheiterte dies am Einspruch der Militärs, weil die Strecke zu nah an der französischen Grenze lag. Auch war eine Verbindung der Eifelbahn mit der Strecke Bonn–Koblenz bei Sechtem geplant, die ebenfalls nie realisiert wurde. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war die gesamte Strecke zweigleisig ausgebaut. Danach wurde das zweite Streckengleis auf Anordnung der französischen Besatzungsmacht im Südteil größtenteils abgebaut.
Das Gleismaterial wurde nach Frankreich gebracht. Im
Nordabschnitt (englische Zone) verblieb das zweite Gleis fast auf der ganzen Länge,
während es im südlichen Bereich unterblieb, die Strecke wieder zweigleisig
auszubauen. Heute ist ein
Wiederaufbau des zweiten Gleises an vielen Stellen kaum noch möglich, da
dessen Raum häufig anderen Nutzungen zugeführt wurde, oft als Radweg
parallel zur Bahn. Im Eifelkreis Bitburg-Prüm stehen Teile der
Eifelstrecke als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz. Geschützt sind unter
anderem die Bahnhöfe Auw an der Kyll, Bitburg-Erdorf, Kyllburg, Philipsheim
und Speicher.
Trier (frz. Trèves, lux. Tréier) ist eine kreisfreie Stadt im Westen von Rheinland-Pfalz.
Die Stadt wurde vor mehr als 2000 Jahren unter dem Namen Augusta Treverorum (ab der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts Treveris) gegründet und beansprucht den Titel der ältesten Stadt Deutschlands. Trier beruft sich hierbei auf die längste Geschichte als bereits von den Römern anerkannte Stadt, im Gegensatz zu einer Siedlung oder einem Heerlager.
Die Römischen Baudenkmäler, Dom und Liebfrauenkirche in Trier, bestehend aus Amphitheater, Barbarathermen, Kaiserthermen, Konstantinbasilika, Porta Nigra, Römerbrücke, Igeler Säule, Dom sowie die Liebfrauenkirche zählen seit 1986 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Bouillon
ist eine Gemeinde mit ca. 5.500 Einwohnern im Südosten von Belgien in der Wallonischen Region, direkt an der französischen Grenze. Die
Stadt liegt am Ufer der Semois.
Die Geschichte der Stadt ist eng mit der des Herzogtums verbunden. Sie besteht aus drei großen Epochen:
· Die Herzöge des Hauses von Ardenne, aus deren Linie Gottfried von Bouillon der fünfte und letzte dieses Namens war, besaßen das Schloss bis 1096. In diesem Jahr verpfändete Gottfried von Bouillon sein gesamtes Herzogtum (mit der Möglichkeit, seine Güter innerhalb von drei Jahren zurückzukaufen) an Otbert, Fürstbischof von Lüttich, der die Kirchen und Klöster seiner eigenen Diözese plünderte, um den Preis dafür zu bezahlen. Auf diese Weise finanziert unser Herzog seinen ersten Kreuzzug, bei dem er Jerusalem erobert und dort im Jahr 1100 versehen mit dem Titel „Sachwalter des Heiligen Grabes“ stirbt, nachdem er sich geweigert hatte, die goldene Krone des Königs von Jerusalem zu tragen, „dort, wo Christus eine Dornenkrone getragen hatte“.
· Die Fürstbischöfe von Lüttich, also die zweite Reihe der Herzöge von Bouillon, besaßen das Schloss in unterschiedlichen Schicksalen während fast zehn Jahrhunderten.
· Der Besitz des Schlosses entglitt ihnen anschließend durch die widerrechtliche Aneignung der Familie La Marck: Die Fürstbischöfe hatten der Einfachheit halber ihre Herrschaftsgewalt an Statthalter übertragen und 1430 einen der großen Feudalherren des Fürstentums, den Grafen Evrard III de la Marck, zum Gouverneur ernannt. Die Familie La Marck war sehr umtriebig, ehrgeizig und vor allem recht skrupellos. So kam es, dass das Familienoberhaupt zu Beginn des 16. Jahrhunderts die Titel Herzog von Bouillon und Fürstbischof von Lüttich zugleich annahm. Im Jahr 1591 heiratet Henri de la Tour d’Auvergne, Charlotte de la Marck, die zwar kinderlos stirbt, aber Henri ihre Besitztümer und ihre Titel vererbt. Folglich tragen die La Tour d'Auvergnes den Titel Herzog von Bouillon, ohne im Besitz des Schlosses zu sein. Sie waren ebenso umtriebig wie die La Marck und es gelang ihnen, sich im Jahr 1678 die Stadt und das Herzogtum durch Ludwig XIV., dessen Truppen beides im Jahr 1676 erobert hatten, übergeben zu lassen. Diese Inbesitznahme wurde durch die Verträge von Nimwegen (1679) und Rijswijk (1697) offiziell bestätigt.
Während des 18. Jahrhunderts ist Bouillon bis zum 24. April 1794 als eine Oase der Freiheit anzusehen. An diesem Tag rief die Volksversammlung des Herzogtums, das etwa 150 Städte zählte, die Republik aus. Am 26. Oktober 1795 erfolgte die schlichte und einfache Eingliederung in die französische Republik (Département Forêts).
Nach der Schlacht von Waterloo wurde das ehemalige souveräne Gebiet Bouillon durch den zweiten Vertrag von Paris (20. November 1815) in die Niederlande eingegliedert. Im Zuge der belgischen Revolution im Jahr 1830 wurde das Herzogtum dann definitiv eine Gebietskörperschaft Belgiens.
Die Ardennen (auch: Ardenner Wald) sind der Westteil des Rheinischen Schiefergebirges. Vorwiegend im Südosten Belgiens, aber auch auf luxemburgischem und französischem Staatsgebiet gelegen, handelt es sich um ein ausgedehntes Waldgebirge, das im Osten und Süden ein raues Bergland bildet und nach Westen und Norden abflacht.
Das Gebirgsplateau der Ardennen ist am höchsten im Osten (600 m). Nach Nordwesten nimmt die Höhe ab, liegt nahe der Mündung der Semois in die Maas bei 400 m, südwestlich und südöstlich von Namur bei 200 bis 250 m. Das Gebirgsplateau wird von Flusstälern durchzogen, die oft tief und schluchtartig mit steilen Abstürzen von 200 m Höhe eingeschnitten sind und an vielen Stellen kaum Platz für Bewirtschaftung oder Besiedlung bieten. An den Hängen der größeren Flusstäler sind durch die Erosion von Kalkgestein zahlreiche bizarre Felsformationen entstanden, welche manche Teile der Ardennen zu einem Kletterparadies machen.
Das Hochland ist nur dünn besiedelt, was größtenteils am rauen Klima liegt, aber durch wiederholte kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und den einstigen burgundisch-habsburgischen Niederlanden verstärkt wurde. Wetterbedingungen und Bodennutzung variieren nach Höhenlage. Die höchsten Lagen sind durch reichliche Niederschläge stark versumpft; nicht ganz so hohe Partien waren früher großenteils mit Heide bedeckt, von der durch Aufforstung nur noch kleine Flächen erhalten sind. Typisch für das französisch-belgische Grenzgebiet sind ausgedehnte Eichenwälder. Im Gegensatz zu kaum oder nur nach aufwändiger Kultivierung landwirtschaftlich nutzbaren Höhen sind die Muldenlagen der Hochfläche und die Becken fruchtbar. Hier wird Ackerbau und Viehzucht betrieben; ein bekanntes Erzeugnis ist der Ardennenkäse. In den engen Tälern ist der Boden zwar auch fruchtbar, aber oft nur wenig Platz.

Das pultartige Bodenrelief vieler Flussschleifen zeigt, wie die Windungen der Täler durch die unterschiedliche Härte aufgeworfener Gesteinsschichten zustande gekommen sind. Das bedeutendste Ardennental ist das Durchbruchstal der Maas zwischen Charleville-Mézières und Namur, besonders tief eingeschnitten zwischen Charleville und Dinant. Die Ardennen gehören jedoch nicht vollständig zum Einzugsgebiet der Maas; ein großes Gebiet im Südosten entwässert über die Sauer (frz. Sûre) in die Mosel, ein kleines im Westen über die Oise in die Seine. Die Täler der in den Ardennen entspringenden Flüsse beginnen am Oberlauf als flache Mulden und sind am Unterlauf tief eingeschnitten. Dazwischen befinden sich Bereiche mit besonders starkem Gefälle, Erosionszonen, die in Jahrtausenden langsam flussaufwärts gewandert sind.
Mechelen
Mechelen
ist eine Stadt in der Provinz Antwerpen in Belgien
mit rund 80.000 Einwohnern. Die
Innenstadt von kaum 1 km Durchmesser hat eine fast kreisrunde Form, breite,
regelmäßige Straßen und ansehnliche öffentliche Plätze, darunter den
Grote Markt (Großer Marktplatz), den Veemarkt (Viehmarkt) und den Schoenmarkt
(Schustermarkt) mit dem Denkmal Margaretes von Österreich.
Mechelen fiel bei der Teilung des fränkischen Reichs zwischen Karl dem Kahlen und Ludwig dem Deutschen an Lothringen, wurde aber zwischen 911/915 von Karl dem Einfältigen dem Pfalzgrafen Wigerich geschenkt. Die Stadt kam 1336 durch Kauf an die Herzöge von Brabant und zwei Jahre später 1383 durch Heirat an Philipp den Kühnen von Burgund. 1477 kam die Stadt durch Verheiratung Marias von Burgund, der Erbtochter Karls des Kühnen, mit Maximilian I. an das Haus Habsburg. 1490 wurde Mechelen von Kaiser Friedrich III. zu einer edlen Grafschaft erhoben und bildete als solche die 17. der niederländischen Provinzen. Unter der Statthalterin Margarete von Österreich war Mechelen zeitweise Hauptstadt der Niederlande. Nach dem Abfall der sieben vereinigten Provinzen kam die Stadt wieder zu Brabant und wurde zum Sitz des höchsten Gerichtshofs für die gesamten habsburgischen Niederlande bestimmt. 1572 richtete Fernando Álvarez de Toledo, Herzog von Alba hier eine seiner grausamsten Schlächtereien an.
Während des Zweiten Weltkrieges befand sich in der Stadt das SS-Sammellager Mechelen, von dem aus mehr als 25.000 Juden von den Deutschen nach Auschwitz deportiert wurden. In den Räumen des ehemaligen SS-Sammellager Mechelen befindet sich heute eine Gedenkstätte.
Bemerkenswert ist die Dichte von mehr als 300 denkmalgeschützten Gebäuden, darunter acht Kirchen, auf weniger als drei Quadratkilometern.
Sehenswürdigkeiten:
· Die gotische Kathedrale des Heiligen Romuald (Sint-Rombouts-Kathedraal) aus dem 13.–15. Jahrhundert mit einem 98 m hohen, aber unvollendeten Turm, der als Belfried seit 1999 zum UNESCO-Welterbe„Belfriede in Belgien und Frankreich” gehört und zwei Carillons beherbergt sowie wertvollen Gemälden (Altarblatt von Van Dyck).
· Auch der Belfried der Tuchhallen (1340) gehört zum genannten UNESCO-Welterbe.
· Der Große und der Kleine Beginenhof– beide gehören seit 1998 zum UNESCO-Welterbe der flandrischen Beginenhöfe.
· Die Liebfrauenkirche aus dem 16. Jahrhundert, mit Rubens berühmtem Fischzug.
· Die Johanniskirche ist als Gebäude unbedeutend, enthält aber einige wertvolle Gemälde von Peter Paul Rubens.
· Das Rathaus, der „Beyart“ genannt (15. Jahrhundert)
· Der Hof von Busleyden und der Hof von Savoyen (frühes 16. Jahrhundert)
· Der erzbischöfliche Palast
· Das Munizipalkollegium (früher Deutschordenshaus)
· Museum der Judendeportation im ehemaligen Sammellager Mechelen
· Das Zeughaus
· Fernseh- und Wasserturm Mechelen
Bootsfahrt in Südholland
Die Loosdrechtse Plassen liegen in den Gemeinden Wijdemeren, Breukelen und Loenen. Ursprünglich war dieses Gebiet eine Sumpflandschaft. Um das Gebiet zu entwässern wurden Entwässerungsgräben zu den Flüssen Vecht und Drecht in der Nähe gegraben. In dem so entstandenen Niedermoor wurde der Torf im 16. Jahrhundert abgetragen. Dieser wurde auf schmalen Landstreifen zum Trocknen ausgelegt. Diese Streifen sind heute noch deutlich erkennbar.
Im 17. und 18. Jahrhundert wurde es bis zum Grundwasser ausgebaggert und es entstanden große Wasserflächen. Durch den Einfluss des Windes verschwand der Torf und es entstand stufenweise ein Seegebiet. Im 20. Jahrhundert sind die heutigen Erholungsbereiche entstanden.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Wasser klarer, welches heute viel Schlamm enthält. Ursache dafür war die Zunahme von Algen. Durch die geringe Tiefe kann der Schlick einfach aufgewirbelt werden. Auch nach Senkung der Phosphatbelastung hat sich die Zunahme der Wasserpflanzen nicht erholt. Der Schlamm sammelt sich im Becken an. Dies beeinträchtigt die Durchfahrt für Schiffe und die Wasserqualität zum Schwimmen.
Ende der 1990er-Jahre wurde das Projekt Loosdrechtse Plassen begonnen, welches die oben genannten Mängel behandeln soll.
Die Utrechtsche Vecht ist ein 40 km langer Fluss in
den Niederlanden. Sie fließt von der Stadt Utrecht über Maarssen, Breukelen und Weesp
nach Muiden, wo sie im Gooimeer, einem Randsee des IJsselmeeres mündet.
Der weitgehend kanalisierte, aber immer noch kurvenreiche und
malerische Fluss dient ausschließlich dem Wassersport.
Im Mittelalter war die Vecht eine wichtige Schifffahrtsverbindung zwischen Zuidersee, von wo aus man Verbindung nach Nordeuropa hatte und dem Rhein, über den man das heutige Deutschland erreichen konnte. Wegen der strategischen Bedeutung wurden entlang der Vecht mehrere Kastelle errichtet. Zu ihnen zählen Nijenrode und Muiderslot.
Ab dem 17. Jahrhundert bauten viele reiche Amsterdamer Kaufleute ihre Herrensitze und Schlösser entlang der Vecht. Sie sind heute noch ein Anziehungspunkt für die vielen Wasserwanderer auf der Vecht.
Die Vecht ist einer der wenigen Flüsse, in dem zeitweise das Wasser zur Quelle hin strömt. Das ist der Fall, wenn der Wasserspiegel des Ijsselmeers höher ist, als der Wasserstand der Vecht an der Schleuse von Muiden. Nur bei starken Regenfällen fließt die Vecht zur Mündung hin. Bei Nigtevecht besteht eine Verbindung zum Amsterdam-Rhein-Kanal.
Weesp liegt etwa 15 km östlich von Amsterdam, an der früheren Zuiderzee, von dem noch eine Randsee erhalten blieb. Weesp liegt am Fluss Vecht.
Die Stadt entstand im Mittelalter an der Grenze zwischen der Grafschaft Holland und dem Bistum Utrecht. Nach vielem Streit fiel sie 1317 endgültig Holland zu. Im Jahre 1355 erhielt die Grenzfestung Weesp das Stadtrecht. Nach einer vergeblichen Belagerung durch die Franzosen (1672) wurde die Festung erneuert. Im Jahre 1759 entstand, nach dem Vorbild Meißens, die erste Porzellanmanufaktur Hollands, die vorzügliche Produkte schuf, jedoch 1770 pleite ging, worauf die Produktion 1774 in Loosdrecht fortgesetzt wurde.
Zwischen Weesp und Naarden liegt das Vogelreservat Naardermeer.
Von Weesp nach Utrecht kann man per Boot über die Vecht oder mit dem Fahrrad am Ufer dieses Flusses über Maarssen und Breukelen eine Tour entlang vieler zwischen 1600 und 1850 von reichen Leuten erbauter Landsitze und Lustschlösser machen.
Das im Rokoko-Stil
errichtete und 1776 vollendete Rathaus beherbergt eine schöne Sammlung
Weesper Porzellan. Die St. Laurens-Kirche (Laurentiuskirche)
aus dem Jahre 1462 im Zentrum hat ein Hemony-Glockenspiel.
Amsterdam-Rhein-Kanal Amstel
Ouderkerk an der Amstel ist ein Dorf in der Provinz Nordholland und gehört teilweise zu der Gemeinde Ouder-Amstel
und der westliche Teil an der Mündung des Bullewijk zu Amstelveen.
Das Dorf liegt südlich von Amsterdam und östlich von Amstelveen, an der nördlichen
Grenze der Provinz Utrecht.
Der größte Teil des Dorfes liegt östlich der Amstel in der Gemeinde
Ouder-Amstel. Der alte Dorfkern von Ouderkerk hat einige Sehenswürdigkeiten.
Eine Kirche aus dem 18. Jahrhundert, die neugotische Urbanuskirche aus dem 19.
Jahrhundert (nach einem Entwurf von Pierre Cuypers) sowie den alten
portugiesisch-jüdischen Friedhof Beth Haim mit für die
Niederlande einmaligen Grabmonumenten. Man nimmt an, dass dort die Burg der
Herren van Amstel gestanden hat, woraus das Amstelland und Amsterdam
entstanden sind. Ouderkerk ist etwa 200 Jahre älter als Amsterdam. Die Herren
van Amstel waren Vasallen des Bischofs von Utrecht und später
von den Grafen von Holland. Nördlich von Ouderkerk steht am Ouderkerkerdeich
die Poldermühle De Zwaan. Südlich liegt der Polder Ronde Hoep, ein beliebtes Gebiet für Wanderer und Radfahrer.
Woerden liegt 12 Kilometer westlich Utrecht, in Richtung Gouda, Den Haag, Rotterdam.
Mit diesen Städten ist es durch Eisen- und Autobahnen verbunden, aber nur
wenige Züge halten in Woerden. Die Stadt liegt an dem Fluss „Oude Rijn“, der aber für die Schifffahrt wenig Bedeutung mehr hat.
Woerden hat eine Käsefabrik
(„Goudse kaas“), eine Fabrik für Desserts und Joghurt, sowie viele
Handelsbetriebe. In der Umgebung gibt es viel Viehzucht und Gartenbau. In
Woerden befindet sich die Weijers Domino Productions, die den „Domino Day“ veranstaltet.
Wo jetzt die Woerdener Innenstadt liegt, befand sich einst ein Römerkastell namens Laurii. Ab etwa 1160 war
Woerden eine Grenzfestung des Bistums Utrecht gegen Holland.
Graf Floris V. von Holland eroberte es vorübergehend für sein Land und ließ
1287 dort ein Schloss bauen. Woerden erhielt 1372 das Stadtrecht. Es wurde später
zu einem wichtigen Käse- und Viehmarkt. Um 1570 gehörte die Gegend zum
Herrschaftsbereich von Erich II., Herzog zu Braunschweig-Lüneburg,
der als Lutheraner die lutherische Predigt tolerierte und förderte. Im Achtzigjährigen Krieg wurde es 1575 bis 1576
von den Spaniern belagert. Die Franzosen suchten die Stadt 1672, 1673, und,
unter Napoléon Bonaparte, nochmals 1813 heim. Auf
dem Grundgebiet der Gemeinde liegen viele kleine Straßen mit schönen alten
Bauernhöfen. Diese malerische Polderlandschaft eignet sich besonders für
Radtouren. In der Innenstadt Woerdens steht das ehemalige, Anfang des 16.
Jahrhunderts vollendete Rathaus; heute wird es als Heimatmuseum genutzt. Auch
die Petrikirche (1375) ist sehenswert, sowie das zum Teil erhalten gebliebene
Schloss. Dieser Gebäudekomplex stammt aus dem Jahre 1410, er diente lange
Zeit als Kaserne, heute sind dort Büros und Werksgebäude untergebracht. Der
Oude Rijn ist ein Fluss in den Provinzen Utrecht und Südholland.
Er ist ein Überbleibsel des früheren Rheins, der bei Wijk bij Duurstede unter dem Namen Kromme Rijn als Nebenarm des Nederrijns beginnt. Hinter Utrecht verläuft er als Leidse Rijn bis nach Harmelen,
um von dort aus als Oude Rijn in die Nordsee zu münden. Entlang großer Strecken verlief, beziehungsweise verläuft noch
heute ein Treidelweg.
Alphen aan den Rijn ist eine Stadt mittlerer Größe in der Provinz Südholland in den Niederlanden und liegt am Oude Rijn zwischen Leiden, Gouda und Bodegraven.
Alphen aan den Rijn liegt an der Mündung des kleinen Flusses Aar in den Oude Rijn, der von Utrecht
kommend nach Leiden fließt. Alphen wird an der Ostseite durch die Gouwe und den Aarkanal begrenzt. Der Oude Rijn durchfließt Alphen. Es gibt fünf Brücken über
den Oude Rijn, wovon zwei nur für Fußgänger freigegeben sind. Im Oktober
2001 wurde Alphen aan den Rijn zur grünsten Stadt der
Niederlande gekürt. Im September 2002 wurde Alphen aan den Rijn
dieser Titel europaweit zuerkannt.
Der Name Alphen leitet sich vermutlich vom römischen castellum Albanianae
(„Siedlung am weißen Wasser“) ab. Das Gebiet um Alphen aan den Rijn
wurde bereits vor 2000 Jahren besiedelt.
In der römischen Zeit war der Oude Rijn der Hauptarm des Rheins. Durch Ablagerungen
des Flusses entstanden höher gelegene Ufergebiete. Im heutigen Zentrum der
Stadt erbauten die Römer das Castellum Albanianae und die erste Brücke
über den Oude Rijn. Seit der Regierungszeit des römischen Kaisers Claudius
(41-54 n. Chr.) waren zur Verteidigung der nördlichen Grenze am Rhein römische
Soldaten in Albanianae stationiert. Im nahe gelegenen Dorf Zwammerdam wurden
Reste eines römischen castellums gefunden. Durch den entstehenden Handel
entwickelte sich Alphen aan den Rijn zu einem bedeutenden
Handelszentrum in der Region. Germanische Überfälle beendeten dies
allerdings im Jahr 204. Nach
vielen Problemen und Überschwemmungen, vor allem in Utrecht und Leiden wurde
der Oude Rijn 1122 bei Wijk bij Duurstede abgedeicht. Der Lek genannte Arm wurde dadurch der Hauptarm des Rheinwassers. Am Oude Rijn
hat es seitdem keine Überschwemmungen mehr gegeben.
Die Stadt liegt zwischen Amsterdam (etwa 45 km nordöstlich) und Den Haag (etwa 18 km südwestlich). Sie hat 118.231 Einwohner.
Obwohl viele behaupten, Leiden sei identisch mit der römischen Siedlung Lugdunum
Batavorum, muss davon ausgegangen werden, dass die Stadt erst im 11.
Jahrhundert als Siedlung um die Burcht herum entstanden ist. Dennoch bediente
sich Leiden dieses lateinischen Namens bis in die frühe Neuzeit. Jedoch war
die römische Siedlung mehr in der Nähe von Katwijk als von Leiden gelegen. Der Wollhandel mit England und
Flandern brachte Leiden im 13. und 14. Jahrhundert zur Blüte. Der holländische
Graf Floris V. verlieh Leiden 1266 das Stadtrecht. Das 15. Jahrhundert war, wegen der Wirren der
Hoekse und Kabeljauwse Twisten, ein Bürgerkrieg, eine Epoche des wirtschaftlichen Rückgangs.
Im Achtzigjährigen Krieg schloss sich Leiden dem
Aufstand gegen die Spanier an. Nach einer seit dem 25. Mai währenden
Belagerung gelang es den Geusen, unter anderem durch Fluten der umliegenden Polder, am 3. Oktober 1574
die Stadt zu befreien. Die Legende will, dass nach der Vertreibung der
spanischen Belagerer in deren Lager eine Pfanne mit Möhren-Eintopf (hutspot)
gefunden wurde. Damit konnte die ausgehungerte Stadtbevölkerung erstmals
wieder eine ordentliche Mahlzeit haben. Darum wird dieses Gericht jedes Jahr
bei den Feiern von Leidens ontzet am 3. Oktober in allen Restaurants serviert.
Als Dank für den von den Leidenern gezeigten Mut bekam die Stadt kurz darauf,
kraft Beschluss der Regierung unter der Führung Wilhelms von Oranien, die erste Universität
der Republik der Niederlande. Darauf
flohen viele Protestanten aus Antwerpen, Brüssel und anderen von den Spaniern
eroberten Gebieten nach Leiden, so dass die Stadt zwischen 1575 und 1650
mehrmals ihre Stadtmauern erweitern musste. In dieser Epoche erlebte Leiden
eine großartige kulturelle und wissenschaftliche Entwicklung: Maler wie
Rembrandt und seine Schüler und Wissenschaftler wie Antoni van Leeuwenhoek, der Entdecker der Bakterien,
lebten und wirkten in Leiden. Nach
etwa 1700 trat jedoch wieder Verfall ein. Aber bis heute ist die Universität
Leiden, an der auch die zur Königswürde bestimmten Mitglieder des niederländischen
Königshauses studieren, eine Hochburg der Wissenschaft in Holland geblieben. Am
12. Januar 1807 ereignete sich mitten in der Stadt eine Katastrophe. Ein mit
17.400 Kilogramm Schießpulver beladenes Schiff explodierte. 151 Personen
wurden dadurch getötet, über 2.000 verletzt und etwa 220 Häuser zerstört. Sehenswürdigkeiten:
Die Pieterskerk („St. Petrikirche“), Baubeginn
1121, stammt größtenteils aus dem 16. Jahrhundert. In dieser Kirche befinden
sich viele Grabmale berühmter Niederländer. St. Petrus ist der Schutzpatron
Leidens, daher die Schlüssel im Stadtwappen (der Heilige Petrus verfügt über
die Schlüssel der Himmelspforte). Zu besonderen Anlässen wie z.B.
Ehrenpromotionen oder Jubiläen wird die Pieterskerk von der Universität als
Aula genutzt. – Eine weitere gotische Kirche ist die Hooglandse
Kerk, die mit ihrer Größe hoch über die sie umgebenden Häuser
im Stadtzentrum hinausragt. Das
Hauptgebäude der Universität liegt an einer der bekanntesten Grachten in ganz
Holland, der Rapenburg, und war ursprünglich eine Klosterkirche. Verbreitet
über die ganze Stadt gibt es viele hofjes. Das sind Gruppen kleiner, oft
ihrer Einfachheit wegen sehr beliebter Häuser, meist um einen Hof mit Brunnen
oder Kräutergarten, die zwischen 1600 und 1900 von reichen Leuten gestiftet
wurden. Gedacht als private Alters-, Witwen-, oder Armenfürsorge-Einrichtungen
(vergleiche die Fuggerei in Augsburg,
werden diese Häuschen jetzt oft von Studenten oder Krankenschwestern bewohnt.
Diese hofjes stehen alle unter Denkmalschutz. Die
Burcht ist ein künstlich aufgeworfener Fluchthügel aus dem 11. oder 12.
Jahrhundert, der im 17. Jahrhundert befestigt und ummauert wurde. Er bietet
einen guten Überblick über die Innenstadt. Im Sommer finden hier einige
Veranstaltungen wie z.B. Theateraufführungen statt. Eine
Besonderheit Leidens sind die Muurgedichten (Mauergedichte), die auf Häuserwänden
im Straßenraum der Innenstadt zu sehen sind. Die 101 Texte von bekannten und
unbekannten Dichtern aus aller Welt sind Ergebnis eines Projekts, das 1992 mit
einem Gedicht von Marina Iwanowna Zwetajewa begonnen hatte
und 2005 mit dem Gedicht De Profundis von Federico García Lorca beendet wurde. Die
Gedichte sind in unterschiedlicher Gestaltung in der Originalsprache und
-schrift auf die Wände der Häuser gemalt.
Gouda ist eine Stadt in den westlichen Niederlanden
(Provinz Südholland) mit 70.000 Einwohnern.
Um
1000 war das Gebiet um Gouda noch Sumpfland. Danach begann man mit Dammbau und
Trockenlegung. 1143 wird der Name „Gouda“ in einer Urkunde des Bischofs
von Utrecht erstmals erwähnt. Etwa im Jahr 1225 wurde das Flüsschen Gouwe durch einen
Kanal mit dem Alten Rhein verbunden. Die Mündung der Gouwe in die Holländische IJssel
wurde zu einem Hafen ausgebaut. Nun lag der Ort an einer wichtigen
Handelsroute, die Flandern und die Niederlande
mit Frankreich einerseits und dem Baltikum andererseits verband. 1272 garantierte Graf Floris V. Gouda, das inzwischen zu einem bedeutenden Ort gewachsen war,
das Stadtrecht. 1361 und 1438 wüteten große Stadtbrände. 1572 wurde die
Stadt von Geusen besetzt, geplündert und teilweise niedergebrannt. 1602 wütete in Gouda wie andernorts in den
Niederlanden die Pest.
Erst 1750 hat sich die Bevölkerungszahl davon erholt. Von 1830 an wird die
Stadtmauer geschleift, um Platz für weiteres Wachstum zu schaffen, das letzte
Tor wird 1854 abgerissen. Sehenswürdigkeiten: Das
Stadthaus in der Mitte des Marktplatzes ist eines der ältesten gotischen Rathäuser der
Niederlande. Es wurde zwischen 1448 und 1450 nach dem letzten großen
Stadtbrand aus Naturstein erbaut. Die Treppe im Stil der Renaissance
stammt aus dem Jahr 1603. Um 1692 und 1880 wurden Umbauten durchgeführt. Die
letzte Restaurierung fand 1996 statt. Die Frontbemalung von 1952 zeigt
burgundische Adlige, aus demselben Jahr stammt auch das Glockenspiel mit
mechanischen Rittern auf Pferden. Die Inneneinrichtung stammt aus dem 17. und
18. Jahrhundert. Stolz ist man auf die Wandtäfelung im Trausaal. Alljährlich
gibt es Mitte Dezember einen Kerzenfestabend, bei dem das Rathaus mit über
2500 Kerzen beleuchtet ist.
Das Waaghaus, an der Nordseite des Marktes gelegen, wurde 1668 von Pieter Post, einem der
bedeutendsten Architekten dieser Epoche erbaut. An diesem Gebäude stellt ein
Relief dar, wie man früher den Käse wog.
Die Sint Janskerk (dt: Sankt-Johannes-Kirche) liegt südöstlich des Marktplatzes und ist mit 123 m Länge die längste
Kreuzkirche der Niederlande. Sie hat berühmte Glasfenster, auf niederländisch als Goudse Glazen bekannt. 14
von 70 Fenstern aus der Zeit zwischen 1530 und 1603 stammen von den Gebrüdern
Dirck Crabeth (um 1505–1574) und Wouter Crabeth (1520–1589), die sie in den
Jahren 1555 bis 1577 schufen. Sie waren damals die besten und bekanntesten
Glasmaler der Region. Auch nach der Reformation
wurden weitere Fenster eingefügt, allerdings mit anderen Themen. Stifter
waren unter anderen Prinz Wilhelm I. von Oranien-Nassau und
seine Frau Anna von Sachsen, sowie sein Erzfeind Philipp II. und dessen Frau Mary Tudor, die Bloody Mary. Südlich
der Sint Janskerk - Achter de Kerk - befindet sich das ehemalige Stadthospital
Het Catharina Gasthuis. Hier ist heute das Stadtmuseum untergebracht, das
unter anderem eine Gemäldesammlung beherbergt. Am Eingang zum Museum, dem
sogenannten Lazarus-Portal, findet sich ein Relief des Bildhauers Gregorius
Cool (ca. 1570-1629). Weiter
südlich liegt das Museum De Moriaan, in dem seit Dezember 2007 das Nationale
Pharmazeutische Museum zu sehen ist.
Neben
der Stadt Gouda fließt der geschlängelte Fluss Gouwe vorbei. Der Fluss ist
19 km lang und entspringt aus einer kleinen Bergquelle. Er ist ein Geheimtipp
für Angler, die Aale fangen wollen. Durch das saubere Quellwasser fühlen
sich die Aale dort sehr wohl, sodass sie sich rasch vermehren. Die
Hollandse IJssel (deutsch„Holländische Issel“) ist ein 46
Kilometer langer Fluss in den niederländischen Provinzen Utrecht
und Südholland.
Sie fließt von Nieuwegein über Gouda nach Krimpen aan den IJssel, einem Vorort von Rotterdam.
Dort mündet sie in die Nieuwe Maas. Die Hollandse IJssel ist unterhalb Gouda mit
Schiffen bis 2000 t befahrbar. Die
Hollandse IJssel war ursprünglich ein Seitenarm des Lek,
der nahe bei Nieuwegein begann. Aus zwei Gründen musste der Arm im 13.
Jahrhundert abgetrennt werden: durch die Abdämmung des Rheins bei Wijk bij Duurstede wurde der Lek größer, und
die Trockenlegung des holländischen Moorgebietes benötigte eine gute Entwässerung.
Dies konnte allerdings nur funktionieren, wenn der Pegel der IJssel niedriger
war. Graf Floris V. ließ 1285 den Dam bij het Klaphek bauen. Seitdem wird die
Hollandse IJssel nur noch aus Kanälen gespeist.
Mitten in Nieuwegein zweigt die Hollandse IJssel vom Merwede-Kanal
ab, kurz darauf zweigt die Kromme IJssel ab, der Fluss fließt weiter nach IJsselstein.
Von da fließt die Hollandse IJssel in nordwestlicher Richtung nach Montfoort.
Über Willeskop erreicht sie Oudewater. Kurz vor Gouda liegt der Schleusenkomplex
De Waaiersluis, von da an ist die Hollandse IJssel kanalisiert. Über die
Mallegatschleuse kann in der Stadt Richtung Norden zur Gouwe gefahren werden.
Westlich von Gouda liegt die Julianaschleuse, die über einen kurzen Kanal an
die Gouwe angebunden ist; dies ist die meistbenutzte Verbindung Richtung
Norden. Der
Gezeiteneinfluss reicht bis Gouda und schwankt je nach Jahreszeit zwischen
1,80 und 3,30 Meter. Unterhalb von Gouda wird der Fluss breiter und durchquert
Gouderak-Moordrecht, Nieuwerkerk und das kleinere Ouderkerk.
Danach fließt die Hollandse IJssel durch die Städte Krimpen aan den IJssel
am linken, und Capelle aan den IJssel am rechten Ufer. Zwischen
beiden Städten ist seit 1958 das Sturmflutwehr Holländische IJssel, das älteste
Element des Deltaplans. Bei Kralingsveer mündet der Fluss in die Nieuwe
Maas. Gegenüber liegt die ehemalige Insel IJsselmonde. IJsselstein
ist eine Gemeinde in der niederländischen Provinz
Utrecht. Der Name IJsselstein wird von der Holländischen
IJssel hergeleitet. IJsselstein entstand als Niederlassung im
Bereich der Burg IJsselstein, die im Jahr 1279 zum ersten Mal erwähnt
wird. Die Burg kam in den Besitz von Gijsbrecht van Amstel, der sich später
auch Gijsbrecht van IJsselstein nannte. Vermutlich
erhält das Dorf zwischen 1331 und 1360 die Stadtrechte. 1390 werden die
Stadtmauern errichtet. Vielleicht war dies schon die zweite Stadtmaueranlage.
Seit 1398 war an der Nikolauskirche ein Kanonikerstift ansässig.
1417 wird die Burg IJsselstein geschleift. 1418 und 1466 wird die Stadt verwüstet.
Nach 1466 wird ein Gebiet von einer neuen Stadtmauer begrenzt, das nur noch
ungefähr halb so groß ist wie früher. Etwa 1467 wird die Burg Ijsselstein
unter der Regie von Frederik van Egmond erneut aufgebaut. 1551 kommt
IJsselstein in den Besitz von Wilhelm von Oranien (Willem van Oranje). Um
1815 wird IJsselstein in die Provinz Utrecht eingegliedert. Ab 1852 wird die
Stadtmauer nach und nach größtenteils abgebrochen. Nieuwegein
ist eine niederländische
Stadt der Provinz Utrecht. Das Stadtgebiet schließt unmittelbar südlich
an der Stadt Utrecht an. Nieuwegein wurde in den 1970er Jahren aus den
bisherigen Gemeinden Vreeswijk und Jutphaas gebildet. Vreeswijk liegt mit
seinem Zentrum unmittelbar am Lek, einem der niederländischen Rheinarme. Durch das Gebiet
von Nieuwegein führen mehrere Kanäle: der Amsterdam-Rhein-Kanal, der Lekkanal
und der Merwede-Kanal.
In
Nieuwegein leben Tausende Pendler, die in der Stadt Utrecht arbeiten; die
Stadt wurde eigens dazu in den 1970er Jahren so stark ausgebreitet wie sie
jetzt ist. Die Stadt hat keinen eigenen Eisenbahnanschluss, ist aber durch die
sneltram genannte Stadtbahn,
die nahezu ausschließlich auf eigenem Gleiskörper
verkehrt, in 15 bis 20 Minuten vom Utrechter Hauptbahnhof zu erreichen. Im
13. Jahrhundert lag hier eine Stadt namens Het Gein. Diese hatte vom deutschen
Kaiser um 1295 ein Flusszollrecht erhalten. Im Jahr 1333 fiel sie einem Bürgerkrieg
zum Opfer und wurde zerstört. Der Ort Vreeswijk soll eine friesische
Siedlung gewesen sein. Es hatte bedeutende Schleusen, die 1481 in einem
weiteren Bürgerkrieg zerstört und darauf erneuert wurden. Das Dorf Jutphaas
entstand im Mittelalter
entlang des Flusses Kromme Rijn. Es war im 17. Jahrhundert eine nicht unbedeutende
Schiffersiedlung. Wie schon erwähnt, wurden diese Dörfer 1971 zusammen zur
neuen Gemeinde Nieuwegein; zwischen den alten Kernen entstand darauf ein
modernes Stadtzentrum. Die
niederländische
Gemeinde Utrecht ist die Hauptstadt der Provinz
Utrecht. Am 30. November 2009 betrug die Einwohnerzahl 306.184 (Agglomeration
660.000). Utrecht ist die viertgrößte Stadt der Niederlande. Im Westen ist,
rings um das ehemalig selbständige Dorf Vleuten, ein großes Neubauviertel,
Leidsche Rijn, im Bau. Im
12. Jahrhundert wurde Utrecht eine ummauerte Stadt. Als Bischofssitz war sie
von größter Bedeutung und die Stadt ist daher reich an mittelalterlichen
Kirchen. Im Jahr 1559 wurde Utrecht Sitz eines Erzbistums. Im Jahre 1576 gab
es in der Stadt einen Aufstand gegen die Spanier, und die Zitadelle
Vredenburg wurde eingenommen und zerstört.
Im
Jahre 1636 wurde die Universität gegründet. 1723 kam es zum Schisma
zwischen dem Klerus des Erzbistums Utrecht und dem Heiligen
Stuhl, wodurch die Alt-Katholische Kirche der Niederlande
entstand. Erst 1853 wurde Utrecht auch wieder Sitz eines römisch-katholischen
Erzbischofs. Heute gibt es in Utrecht daher zwei Erzbischöfe, einen römisch-katholischen und
einen alt-katholischen. Der
Name Utrecht tauchte immer wieder bei wichtigen Verhandlungen und Verträgen,
die von welthistorischer Bedeutung waren, auf. Hier wurde unter Anderem nach
dem Ende der spanischen Erbfolgekriege im 18. Jahrhundert ein Vertrag
ausgehandelt, der neben der Regelung der Großmächte in Europa auch den
Kolonialbesitz dieser regelte. Ferner wurde hier bereits im 15. Jahrhundert
ein Vertrag ausgehandelt, um die Besitzansprüche der Hanse klar abzustecken.
Sehenswürdigkeiten: ·
Catharijneconvent,
bedeutendes Museum für Religionsgeschichte; es befindet sich im ehemaligen
Katharinenkloster ·
Kirchen, alte: unter anderem die Buur-, Jans-, St. Petri-, Nikolai-, Jacobi-, Geerte- (=
Gertrudis)-Kirche ·
Nederlands Spoorwegmuseum, das Niederländische
Eisenbahnmuseum ·
Haus
Oudaen (um 1300) ·
Paushuize
und einige alte Häuser und Stadtschlösser, Paushuize: hier lebte (1517) der Papst Hadrian
VI. ·
Rietveld-Schröder-Haus, im Stil der Moderne,
von 1923, Weltkulturerbe ·
die
Stadt hat, als Universitätsstadt, viele Kneipen und Restaurants ·
Universitätsmuseum ·
der
Utrechter Dom, einer der bedeutendsten der
Niederlande. Seit das Langhaus 1674 durch einen Orkan einstürzte,
klafft eine Lücke zwischen der Vierung und dem Westturm, mit 112,5 Meter der höchste
Kirchturm des Landes. Er hat ein Hemony-Glockenspiel
aus dem 17. Jahrhundert ·
Museum Van Speelklok tot Pierement, ein
Museum für Spieluhren und Drehorgeln ·
Centraal Museum Utrecht (alte und moderne Kunst) ·
die
Doopsgezinde Kerk, eine versteckte Kirche (Schuilkerk)
der Utrechter Taufgesinnten ·
Einige
ehemalige Stadtbahnfahrzeuge der Type E6/c6, welche in Wien die Linie U6 befuhren,
wurden nach Utrecht verkauft, um im dortigen Straßenbahnnetz eingesetzt zu
werden. Der
Harz, bis ins Mittelalter Hart (= „Bergwald“) genannt, ist ein Mittelgebirge
in Deutschland.
Er stellt das höchste Gebirge Norddeutschlands dar und liegt am Schnittpunkt
von Niedersachsen,
Sachsen-Anhalt
und Thüringen.
Der Brocken
ist mit 1.141,1 m ü. NN höchster Berg des Harzes. Durch das
westliche Drittel des Harzes verlief bis 1990 die deutsch-deutsche Grenze. Das Brockenplateau und
weitere grenznahe Harz-Gipfel waren ein großes militärisches Sperrgebiet, in
das erstmals am 3. Dezember 1989 demonstrierende Wanderer
kamen. Der Tourismus zum Brocken ist seitdem sehr intensiv geworden – ca.
1,3 Mio. Menschen besuchen jährlich die Brockenkuppe. Das ehemalige
Sperrgebiet weist heute zahlreiche schutzwürdige Lebensräume auf, sodass es
als Grünes Band entwickelt wird. Der
im Harz gelegene Nationalpark Harz ist der größte Waldnationalpark in
Deutschland. Er umfasst mit seinen 24.700 ha (15.800 ha in Niedersachsen
und 8.900 ha in Sachsen-Anhalt) ungefähr zehn Prozent der Gesamtfläche
des Harzes rund um den Brocken,
von Herzberg im Süden bis Bad
Harzburg und Ilsenburg
im Norden. Der Park ist Teil des europäischen Schutzgebietssystems „Natura
2000“. 95 Prozent des Gebietes sind von Wäldern, vor allem Fichten-
und Buchenwäldern,
bedeckt. Neben den ausgedehnten Waldgebieten nehmen Moore wegen ihrer
besonderen Ausprägung eine herausragende Stellung ein. Landschaftsprägend
sind ferner Granitklippen
und Bergbäche. Die Region bietet viele Sehenswürdigkeiten.
Hauptziel der meisten Besucher ist der Brocken. Hier gibt es die Möglichkeit,
die Geschichte des Brockens in der ehemaligen „Stasimoschee“, dem heutigen
Brockenhaus, aktiv zu erleben. Der Nationalpark bietet in seinen Infohäusern
umfangreiche Ausstellungen zu verschiedenen Themen. Beispielsweise wird in Sankt
Andreasberg auf Bergbau und Geologie oder im Haus der Natur in Bad
Harzburg speziell auf den Lebensraum Wald eingegangen. Daneben
sind gerade die natürlichen Besonderheiten sehenswert. Sehr beliebt bei den
Besuchern sind neben dem Brocken die Wolfswarte
bei Torfhaus oder der Hohnekamm mit den Leistenklippen. Beliebte Wanderungen
sind, neben der Brockentour, die Touren rund um Lonau, den Oderteich oder
entlang des Rehberger Grabens im Westteil des Parkes. Im
Ostteil machen viele Besucher Wanderungen zum Hohnekamm oder durch das Ilsetal
zur Eckertalsperre.
Im Nordteil des Oderteichs und im Silberteich
darf sogar gebadet werden.
Im
Harz lebt heute wieder der Europäische Luchs. Dieser galt seit dem frühen
19.
Jahrhundert in dieser Gegend als ausgerottet. 1999 wurde
beschlossen, den Luchs wieder anzusiedeln. Allein zwischen 2000 und 2004
wurden 19 Luchse aus Zoonachzuchten ausgewildert. Vor der Freilassung werden
die Tiere in einem großen Eingewöhnungsgehege auf die Freiheit vorbereitet.
Zusätzlich gibt es bei der Nationalpark-Waldgaststätte Rabenklippe ein Schaugehege, in dem die scheuen Katzen auch von
den Nationalparkbesuchern beobachtet werden können. Seit 2002 gibt es mehrere
Nachweise von in freier Natur geborenen Jungtieren. Auf
dem Gebiet des Harzes werden vorwiegend ostfälische
und thüringische
Mundarten gesprochen. Zur
Verdeutlichung folgt der Refrain eines Sankt Andreasberger Heimatliedes: Eb de Sunne scheint, ebs
stewert, schtarmt, ebs schneit, Bad
Harzburg ist eine Stadt im Landkreis
Goslar im Süden Niedersachsens (Deutschland).
Sie liegt am Nordrand des Harzes und ist auch als Soleheilbad und
heilklimatischer Kurort
bekannt. 1569 wurde von Herzog Julius eine Solequelle gefunden und für
die Saline
Juliushall erschlossen. Im Dreißigjährigen Krieg wurden sämtliche Dörfer
zerstört. Ab 1831 war Neustadt als Kur-
und Badeort bekannt. 1851 wurde die Saline geschlossen und es
entstand der eigentliche Badebetrieb. Seilbahn
auf den Burgberg mit Blick auf den Brocken…
Der Amsterdam-Rhein-Kanal (Amsterdam-Rijnkanaal) wurde im Mai
1952 eröffnet. Er ist eine künstliche Wasserstraße, angelegt als Verbindung
zwischen der Waal, dem größten Rheinarm im Mündungsdelta des Flusses und
dem Hafen von Amsterdam. Er verfügt über drei Schleusen. Der Kanal führt vorbei an Utrecht und Nieuwegein
und erreicht die Waal bei Tiel.
Die Wasserstraße ist die kürzeste Schifffahrtsverbindung zwischen der
niederländischen Hauptstadt und dem Ruhrgebiet.
Der Amsterdam-Rhein-Kanal hat eine Länge von 72 km.
Die Amstel ist ein 31 Kilometer langer, kanalisierter Fluss in Süden von Nordholland.
Im Mittelalter wurde vom Fluss ausgehend das Moorgebiet trockengelegt. Das Gebiet wurde landwirtschaftlich genutzt, später auch Torf
abgebaut, der als Brennstoff diente. Dadurch entstand Anfang des 13. Jahrhunderts in diesem Moorgebiet westlich
von Ouderkerk die Moorarbeitersiedlung Amstelveen.
Durch den Bau eines Damms im 13. Jahrhundert in der Flussmündung im nördlichen
Teil von Nieuwer-Amstel entstand das Fischerdorf Amstelerdam, das am 27. Oktober 1275 erstmals urkundlich erwähnt wurde und Anfang 1300 die
Stadtrechte erhielt. Durch die vorteilhafte Lage an der Zuiderzee,
die Verkehrsverbindungen mit Deutschland und weiter nach Skandinavien
und wegen der Flussverbindung nach Dordrecht und Antwerpen
entwickelte sich die Siedlung zu einer kleinen Stadt, dem heutigen Amsterdam.
Der Oude Rijn hat eine Länge von 52 Kilometern und beginnt an der Eisenbahnbrücke von Harmelen. Er läuft
in westlicher Richtung weiter durch Woerden, wo die Korte Linschot südwärts abzweigt und der Oude Rijn einen Teil der
Singelgracht bildet. Hinter Woerden zweigt die Grecht nach Norden ab. Weiter fließt er durch Nieuwerbrug, Bodegrave und Zwammerdam.
Dort mündet die De Meije in den Oude Rijn. In Alphen aan den Rijn münden die Gouwe in südlicher, und
der Aarkanal in nördlicher Richtung in den Fluss. Kurz vor Kouderkerk aan den Rijn zweigt
der Lutteke Rijn ab, der aber östlich der Kouderkerkse Brücke sich wieder
mit dem Oude Rijn verbindet. Danach fließt er am Hazerwoude-Rijndijk entlang.
Hinter Zouterwoude- Rijndijk und Leiderdorp,
wo die Does mündet, erreicht er Leiden.
Dort teilt er sich in den Rijn-Schiekanal (Richtung Süden) und die Zijl
(Richtung Norden). Der Oude und der Nieuwe Rijn sind Teile des Leidener Grachtensystems und
fließen im Stadtzentrum zusammen. Ab da heißt der Fluss nur noch Rijn. Kurz
bevor er Leiden verlässt, mündet der Korte Vliet. Nach Oegstgeest und Katwijk
mündet er in den Oegsgeesterkanal. Als Uitwateringskanaal mündet er in der Nordsee.
Die ursprüngliche Mündung liegt etwas weiter nördlich, aber diese
versandete um 1163.
In Leiden gibt es mehrere alte Häuser. Das Haus, in dem der Maler Rembrandt geboren ist, besteht jedoch nicht
mehr. Lediglich eine Gedenktafel an einem Neubau des 20. Jahrhunderts erinnert
an die ersten Jahre dieses Sohnes der Stadt. Sehenswert sind auch zwei
Stadttore und eine Windmühle, ähnlich der, die Rembrandts Vater betrieb.
Gouda ist weltbekannt für
den gleichnamigen Goudaer Käse, der aber nicht in der Stadt, sondern in deren
Umland hergestellt wird. Er wurde jedoch von Gouda aus gehandelt, wobei die
Stadtbehörden für eine strenge Qualitätskontrolle sorgten. Die Stadt liegt
am Zusammenfluss von Holländischer IJssel und Gouwe.
Bereits im Jahre 48 n. Chr.
gab es an dieser Stelle auf Grund der günstigen Lage der Flusslandschaft mit
ihren Flüssen Nederrijn,
Lek,
Waal
und Merwede
eine römische Siedlung, die möglicherweise
Traiectum („Flussübergang“) hieß. Um 690 errichtete der heilige Willibrord
hier eine Mission. Für die Gebäude wurden die römischen
Ruinen wiederverwendet.
Der Harz wird heute nur noch
durch die Harzer Schmalspurbahnen erschlossen, die
Wernigerode, Nordhausen, Quedlinburg und den Brocken miteinander verbinden. Bis zur
Grenzschließung schloss sich daran das Netz der Südharz-Eisenbahn-Gesellschaft nach Braunlage
an.
bei Tag un Nacht ohmds oder frieh
wie hämisch klingst de doch
du ewerharzer Sproch
O Annerschbarrich wie bist de schien.