Kulturhandbuch 2010

Anreise

 

Walhalla
In der Gedenkstätte Walhalla (nach Walhall, „Halle der Gefallenen“) in Donaustauf (Oberpfalz) werden seit 1842 bedeutende Deutsche sowie mit der Geschichte Deutschlands und der deutschsprachigen Völker verbundene Persönlichkeiten mit Marmorbüsten und Gedenktafeln geehrt.

Walhalla ordnet sich in die Gruppe der monumentalen Gedenkbauwerke Deutschlands ein, zusammen mit dem Niederwalddenkmal (bei Rüdesheim am Rhein), dem Völkerschlachtdenkmal (Leipzig), dem Barbarossadenkmal (Kyffhäuser), dem Hermannsdenkmal (bei Detmold) sowie der Berliner Siegessäule.

Der Architekt Leo von Klenze errichtete den als „Ruhmestempel“ gedachten Bau von 1830 bis 1842 im Auftrag König Ludwigs I. von Bayern hoch über der Donau bei Regensburg. Die Walhalla entstand im klassizistischen Stil und erhielt die Gestalt eines marmornen griechischen Tempels nach dem Vorbild des Parthenon in Athen. Benannt ist sie nach Walhall, der Wohnstatt der tapfersten gefallenen Krieger in der germanischen Mythologie.

Bei der Eröffnung wurden 160 Personen mit 96 Büsten und, in den Fällen fehlender authentischer Abbildungen, 64 Gedenktafeln geehrt. Heute wird mit 128 Büsten und 65 Gedenktafeln an 193 Personen und Gruppen erinnert. Nur elf der Geehrten sind Frauen, obwohl diese von Ludwig I. ausdrücklich einbezogen wurden: „Kein Stand nicht, auch das weibliche Geschlecht nicht, ist ausgeschlossen. Gleichheit besteht in der Walhalla; hebt doch der Tod jeden irdischen Unterschied auf."

Die Walhalla ist Eigentum des Freistaats Bayern. Jedermann kann eine zu ehrende Persönlichkeit aus der germanisch-deutschen Sprachfamilie frühestens 20 Jahre nach deren Tod vorschlagen und trägt dann gegebenenfalls die Kosten für die Anfertigung und Aufstellung der Büste. Über die Neuaufnahmen entscheidet der Bayerische Ministerrat.

 

Vulkaneifel

Die Vulkaneifel ist eine bis etwa 700 m hohe, in Rheinland-Pfalz gelegene Region der Eifel, die sich durch ihre in besonderem Maß mit Vulkanismus verknüpfte geologische Geschichte auszeichnet. Charakteristisch für die Vulkaneifel sind die typischen Eifelmaare, zahlreiche andere Zeugnisse vulkanischer Aktivitäten wie Vulkanbauten, Lavaströme und Vulkankrater. Die Vulkaneifel ist heute immer noch vulkanisch aktiv. Ein Kennzeichen dieser vulkanischen Aktivität sind austretende vulkanische Gase, wie zum Beispiel im Laacher See.

 

Die Vulkaneifel wird naturräumlich in drei Teile gegliedert:

·        Vulkanische Westeifel (Verbandsgemeinden Manderscheid, Daun, Gerolstein, Obere Kyll, Hillesheim,

·        Vulkanische Hocheifel (Verbandsgemeinden Adenau, Kelberg, Ulmen),

·        Vulkanische Osteifel (Verbandsgemeinden Brohltal, Vordereifel, Mendig, Maifeld, Pellenz ).

 

Maarseen in de EifelDie Zentren der Vulkaneifel bilden die Region um Daun und Manderscheid und die Gebiete im Landkreis Mayen-Koblenz. Die Landschaft der Vulkaneifel ist durch die Formen des jungen Vulkanismus geprägt. Vulkankrater, mächtige Bims- und Basalt-Ablagerungen und Maare erzeugen eine abwechslungsreiche Landschaft, die eindrücklich von den geologisch sehr jungen Ereignissen erzählen. Die gesamte Vulkaneifel erstreckt sich über ein Gebiet von etwa 2000 km² und wird von mehr als 200.000 Menschen bewohnt.

Der Vulkanismus der West- und Osteifel ist im Gegensatz zu dem der Hocheifel viel jünger. Er begann in der Westeifel in der Gegend von Daun, Hillesheim und Gerolstein vor etwa 700.000 Jahren und schuf eine etwa 50 km lange, von Nordwesten nach Südosten verlaufende Kette von etwa 100 Aschevulkanen, Schlackenkuppen und Kratern zwischen Bad Bertrich und Ormont. Besonders häufig sind in der Westeifel die Maare, vor allem in den äußeren Bereichen des Vulkanfeldes. Von den über 50 Maaren sind heute noch acht mit Wasser gefüllt. Weitere 80 ehemalige Ausbruchszentren haben keinen Krater oder Vulkan und sind nur mit speziellen Methoden nachzuweisen.

 

Sehenswürdigkeiten:

Auf dem höchsten Punkt der 558 Meter hohen "Steineberger Ley" steht die Vulcano-Plattform, ein 28 Meter hohe Turm aus Douglasienholz, der tagtäglich das Ziel von Wanderern und Radtouristen ist. Wer die 130 Stufen zur Aussichtsplattform erklettert, hat von hier aus einen großartigen Blick über die Landschaft der Vulkaneifel. Die Treppenanlage und Stützen sind aus Douglasienschnittholz, verarbeitet als Brettschichtholz. Die gerne besuchte Aussichtsplattform wurde durch die Ortsgemeinde Steineberg errichtet und mit Landes- und EU Mitteln gefördert. www.vulcanoplattform.de


Weitere Attraktionen im Raum Daun:

Weitere Attraktionen im Raum Gerolstein:

Eifelbahn

Die Eifelstrecke ist eine nicht elektrifizierte Hauptbahn in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz von Hürth-Kalscheuren über Euskirchen und Gerolstein nach Trier-Ehrang mit einer Anbindung nach Köln Messe/Deutz einerseits und andererseits nach Trier. Die Strecke ist nördlich von Gerolstein weitgehend zweigleisig ausgebaut. Vor dem ersten Weltkrieg plante die preußische Eisenbahnverwaltung, die Eifelbahn als eine der ersten Bahnstrecken in Deutschland zu elektrifizieren. Doch scheiterte dies am Einspruch der Militärs, weil die Strecke zu nah an der französischen Grenze lag. Auch war eine Verbindung der Eifelbahn mit der Strecke Bonn–Koblenz bei Sechtem geplant, die ebenfalls nie realisiert wurde. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war die gesamte Strecke zweigleisig ausgebaut. Danach wurde das zweite Streckengleis auf Anordnung der französischen Besatzungsmacht im Südteil größtenteils abgebaut.

Das Gleismaterial wurde nach Frankreich gebracht. Im Nordabschnitt (englische Zone) verblieb das zweite Gleis fast auf der ganzen Länge, während es im südlichen Bereich unterblieb, die Strecke wieder zweigleisig auszubauen. Heute ist ein Wiederaufbau des zweiten Gleises an vielen Stellen kaum noch möglich, da dessen Raum häufig anderen Nutzungen zugeführt wurde, oft als Radweg parallel zur Bahn. Im Eifelkreis Bitburg-Prüm stehen Teile der Eifelstrecke als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz. Geschützt sind unter anderem die Bahnhöfe Auw an der Kyll, Bitburg-Erdorf, Kyllburg, Philipsheim und Speicher.



Trier

Trier (frz. Trèves, lux. Tréier) ist eine kreisfreie Stadt im Westen von Rheinland-Pfalz.

Die Stadt wurde vor mehr als 2000 Jahren unter dem Namen Augusta Treverorum (ab der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts Treveris) gegründet und beansprucht den Titel der ältesten Stadt Deutschlands. Trier beruft sich hierbei auf die längste Geschichte als bereits von den Römern anerkannte Stadt, im Gegensatz zu einer Siedlung oder einem Heerlager.

Die Römischen Baudenkmäler, Dom und Liebfrauenkirche in Trier, bestehend aus Amphitheater, Barbarathermen, Kaiserthermen, Konstantinbasilika, Porta Nigra, Römerbrücke, Igeler Säule, Dom sowie die Liebfrauenkirche zählen seit 1986 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

 

Bouillon

Bouillon ist eine Gemeinde mit ca. 5.500 Einwohnern im Südosten von Belgien in der Wallonischen Region, direkt an der französischen Grenze. Die Stadt liegt am Ufer der Semois.

Die Geschichte der Stadt ist eng mit der des Herzogtums verbunden. Sie besteht aus drei großen Epochen:

·        Die Herzöge des Hauses von Ardenne, aus deren Linie Gottfried von Bouillon der fünfte und letzte dieses Namens war, besaßen das Schloss bis 1096. In diesem Jahr verpfändete Gottfried von Bouillon sein gesamtes Herzogtum (mit der Möglichkeit, seine Güter innerhalb von drei Jahren zurückzukaufen) an Otbert, Fürstbischof von Lüttich, der die Kirchen und Klöster seiner eigenen Diözese plünderte, um den Preis dafür zu bezahlen. Auf diese Weise finanziert unser Herzog seinen ersten Kreuzzug, bei dem er Jerusalem erobert und dort im Jahr 1100 versehen mit dem Titel „Sachwalter des Heiligen Grabes“ stirbt, nachdem er sich geweigert hatte, die goldene Krone des Königs von Jerusalem zu tragen, „dort, wo Christus eine Dornenkrone getragen hatte“.

·        Die Fürstbischöfe von Lüttich, also die zweite Reihe der Herzöge von Bouillon, besaßen das Schloss in unterschiedlichen Schicksalen während fast zehn Jahrhunderten.

·        Der Besitz des Schlosses entglitt ihnen anschließend durch die widerrechtliche Aneignung der Familie La Marck: Die Fürstbischöfe hatten der Einfachheit halber ihre Herrschaftsgewalt an Statthalter übertragen und 1430 einen der großen Feudalherren des Fürstentums, den Grafen Evrard III de la Marck, zum Gouverneur ernannt. Die Familie La Marck war sehr umtriebig, ehrgeizig und vor allem recht skrupellos. So kam es, dass das Familienoberhaupt zu Beginn des 16. Jahrhunderts die Titel Herzog von Bouillon und Fürstbischof von Lüttich zugleich annahm. Im Jahr 1591 heiratet Henri de la Tour d’Auvergne, Charlotte de la Marck, die zwar kinderlos stirbt, aber Henri ihre Besitztümer und ihre Titel vererbt. Folglich tragen die La Tour d'Auvergnes den Titel Herzog von Bouillon, ohne im Besitz des Schlosses zu sein. Sie waren ebenso umtriebig wie die La Marck und es gelang ihnen, sich im Jahr 1678 die Stadt und das Herzogtum durch Ludwig XIV., dessen Truppen beides im Jahr 1676 erobert hatten, übergeben zu lassen. Diese Inbesitznahme wurde durch die Verträge von Nimwegen (1679) und Rijswijk (1697) offiziell bestätigt.

Während des 18. Jahrhunderts ist Bouillon bis zum 24. April 1794 als eine Oase der Freiheit anzusehen. An diesem Tag rief die Volksversammlung des Herzogtums, das etwa 150 Städte zählte, die Republik aus. Am 26. Oktober 1795 erfolgte die schlichte und einfache Eingliederung in die französische Republik (Département Forêts).

Nach der Schlacht von Waterloo wurde das ehemalige souveräne Gebiet Bouillon durch den zweiten Vertrag von Paris (20. November 1815) in die Niederlande eingegliedert. Im Zuge der belgischen Revolution im Jahr 1830 wurde das Herzogtum dann definitiv eine Gebietskörperschaft Belgiens.

 

Ardennen

Die Ardennen (auch: Ardenner Wald) sind der Westteil des Rheinischen Schiefergebirges. Vorwiegend im Südosten Belgiens, aber auch auf luxemburgischem und französischem Staatsgebiet gelegen, handelt es sich um ein ausgedehntes Waldgebirge, das im Osten und Süden ein raues Bergland bildet und nach Westen und Norden abflacht.

Das Gebirgsplateau der Ardennen ist am höchsten im Osten (600 m). Nach Nordwesten nimmt die Höhe ab, liegt nahe der Mündung der Semois in die Maas bei 400 m, südwestlich und südöstlich von Namur bei 200 bis 250 m. Das Gebirgsplateau wird von Flusstälern durchzogen, die oft tief und schluchtartig mit steilen Abstürzen von 200 m Höhe eingeschnitten sind und an vielen Stellen kaum Platz für Bewirtschaftung oder Besiedlung bieten. An den Hängen der größeren Flusstäler sind durch die Erosion von Kalkgestein zahlreiche bizarre Felsformationen entstanden, welche manche Teile der Ardennen zu einem Kletterparadies machen.

Das Hochland ist nur dünn besiedelt, was größtenteils am rauen Klima liegt, aber durch wiederholte kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und den einstigen burgundisch-habsburgischen Niederlanden verstärkt wurde. Wetterbedingungen und Bodennutzung variieren nach Höhenlage. Die höchsten Lagen sind durch reichliche Niederschläge stark versumpft; nicht ganz so hohe Partien waren früher großenteils mit Heide bedeckt, von der durch Aufforstung nur noch kleine Flächen erhalten sind. Typisch für das französisch-belgische Grenzgebiet sind ausgedehnte Eichenwälder. Im Gegensatz zu kaum oder nur nach aufwändiger Kultivierung landwirtschaftlich nutzbaren Höhen sind die Muldenlagen der Hochfläche und die Becken fruchtbar. Hier wird Ackerbau und Viehzucht betrieben; ein bekanntes Erzeugnis ist der Ardennenkäse. In den engen Tälern ist der Boden zwar auch fruchtbar, aber oft nur wenig Platz.

Das pultartige Bodenrelief vieler Flussschleifen zeigt, wie die Windungen der Täler durch die unterschiedliche Härte aufgeworfener Gesteinsschichten zustande gekommen sind. Das bedeutendste Ardennental ist das Durchbruchstal der Maas zwischen Charleville-Mézières und Namur, besonders tief eingeschnitten zwischen Charleville und Dinant. Die Ardennen gehören jedoch nicht vollständig zum Einzugsgebiet der Maas; ein großes Gebiet im Südosten entwässert über die Sauer (frz. Sûre) in die Mosel, ein kleines im Westen über die Oise in die Seine. Die Täler der in den Ardennen entspringenden Flüsse beginnen am Oberlauf als flache Mulden und sind am Unterlauf tief eingeschnitten. Dazwischen befinden sich Bereiche mit besonders starkem Gefälle, Erosionszonen, die in Jahrtausenden langsam flussaufwärts gewandert sind.

 

Mechelen
Mechelen ist eine Stadt in der Provinz Antwerpen in Belgien mit rund 80.000 Einwohnern. Die Innenstadt von kaum 1 km Durchmesser hat eine fast kreisrunde Form, breite, regelmäßige Straßen und ansehnliche öffentliche Plätze, darunter den Grote Markt (Großer Marktplatz), den Veemarkt (Viehmarkt) und den Schoenmarkt (Schustermarkt) mit dem Denkmal Margaretes von Österreich.Datei:Mechelen town hall.JPG

Mechelen fiel bei der Teilung des fränkischen Reichs zwischen Karl dem Kahlen und Ludwig dem Deutschen an Lothringen, wurde aber zwischen 911/915 von Karl dem Einfältigen dem Pfalzgrafen Wigerich geschenkt. Die Stadt kam 1336 durch Kauf an die Herzöge von Brabant und zwei Jahre später 1383 durch Heirat an Philipp den Kühnen von Burgund. 1477 kam die Stadt durch Verheiratung Marias von Burgund, der Erbtochter Karls des Kühnen, mit Maximilian I. an das Haus Habsburg. 1490 wurde Mechelen von Kaiser Friedrich III. zu einer edlen Grafschaft erhoben und bildete als solche die 17. der niederländischen Provinzen. Unter der Statthalterin Margarete von Österreich war Mechelen zeitweise Hauptstadt der Niederlande. Nach dem Abfall der sieben vereinigten Provinzen kam die Stadt wieder zu Brabant und wurde zum Sitz des höchsten Gerichtshofs für die gesamten habsburgischen Niederlande bestimmt. 1572 richtete Fernando Álvarez de Toledo, Herzog von Alba hier eine seiner grausamsten Schlächtereien an.

Während des Zweiten Weltkrieges befand sich in der Stadt das SS-Sammellager Mechelen, von dem aus mehr als 25.000 Juden von den Deutschen nach Auschwitz deportiert wurden. In den Räumen des ehemaligen SS-Sammellager Mechelen befindet sich heute eine Gedenkstätte.

Bemerkenswert ist die Dichte von mehr als 300 denkmalgeschützten Gebäuden, darunter acht Kirchen, auf weniger als drei Quadratkilometern.



Sehenswürdigkeiten:

·        Die gotische Kathedrale des Heiligen Romuald (Sint-Rombouts-Kathedraal) aus dem 13.–15. Jahrhundert mit einem 98 m hohen, aber unvollendeten Turm, der als Belfried seit 1999 zum UNESCO-Welterbe„Belfriede in Belgien und Frankreich” gehört und zwei Carillons beherbergt sowie wertvollen Gemälden (Altarblatt von Van Dyck).

·        Auch der Belfried der Tuchhallen (1340) gehört zum genannten UNESCO-Welterbe.

·        Der Große und der Kleine Beginenhof– beide gehören seit 1998 zum UNESCO-Welterbe der flandrischen Beginenhöfe.

·        Die Liebfrauenkirche aus dem 16. Jahrhundert, mit Rubens berühmtem Fischzug.

·        Die Johanniskirche ist als Gebäude unbedeutend, enthält aber einige wertvolle Gemälde von Peter Paul Rubens.

·        Das Rathaus, der „Beyart“ genannt (15. Jahrhundert)

·        Der Hof von Busleyden und der Hof von Savoyen (frühes 16. Jahrhundert)

·        Der erzbischöfliche Palast

·        Das Munizipalkollegium (früher Deutschordenshaus)

·        Museum der Judendeportation im ehemaligen Sammellager Mechelen

·        Das Zeughaus

·        Fernseh- und Wasserturm Mechelen

 

 

Bootsfahrt in Südholland

 

Loosdrecht

Die Loosdrechtse Plassen liegen in den Gemeinden Wijdemeren, Breukelen und Loenen. Ursprünglich war dieses Gebiet eine Sumpflandschaft. Um das Gebiet zu entwässern wurden Entwässerungsgräben zu den Flüssen Vecht und Drecht in der Nähe gegraben. In dem so entstandenen Niedermoor wurde der Torf im 16. Jahrhundert abgetragen. Dieser wurde auf schmalen Landstreifen zum Trocknen ausgelegt. Diese Streifen sind heute noch deutlich erkennbar.

Im 17. und 18. Jahrhundert wurde es bis zum Grundwasser ausgebaggert und es entstanden große Wasserflächen. Durch den Einfluss des Windes verschwand der Torf und es entstand stufenweise ein Seegebiet. Im 20. Jahrhundert sind die heutigen Erholungsbereiche entstanden.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Wasser klarer, welches heute viel Schlamm enthält. Ursache dafür war die Zunahme von Algen. Durch die geringe Tiefe kann der Schlick einfach aufgewirbelt werden. Auch nach Senkung der Phosphatbelastung hat sich die Zunahme der Wasserpflanzen nicht erholt. Der Schlamm sammelt sich im Becken an. Dies beeinträchtigt die Durchfahrt für Schiffe und die Wasserqualität zum Schwimmen.

Ende der 1990er-Jahre wurde das Projekt Loosdrechtse Plassen begonnen, welches die oben genannten Mängel behandeln soll.

 

Vecht

Die Utrechtsche Vecht ist ein 40 km langer Fluss in den Niederlanden. Sie fließt von der Stadt Utrecht über Maarssen, Breukelen und Weesp nach Muiden, wo sie im Gooimeer, einem Randsee des IJsselmeeres mündet. File:Am Ufer der Vecht.JPG Der weitgehend kanalisierte, aber immer noch kurvenreiche und malerische Fluss dient ausschließlich dem Wassersport.

Im Mittelalter war die Vecht eine wichtige Schifffahrtsverbindung zwischen Zuidersee, von wo aus man Verbindung nach Nordeuropa hatte und dem Rhein, über den man das heutige Deutschland erreichen konnte. Wegen der strategischen Bedeutung wurden entlang der Vecht mehrere Kastelle errichtet. Zu ihnen zählen Nijenrode und Muiderslot.

Ab dem 17. Jahrhundert bauten viele reiche Amsterdamer Kaufleute ihre Herrensitze und Schlösser entlang der Vecht. Sie sind heute noch ein Anziehungspunkt für die vielen Wasserwanderer auf der Vecht.

Die Vecht ist einer der wenigen Flüsse, in dem zeitweise das Wasser zur Quelle hin strömt. Das ist der Fall, wenn der Wasserspiegel des Ijsselmeers höher ist, als der Wasserstand der Vecht an der Schleuse von Muiden. Nur bei starken Regenfällen fließt die Vecht zur Mündung hin. Bei Nigtevecht besteht eine Verbindung zum Amsterdam-Rhein-Kanal.

 



Weesp

Weesp liegt etwa 15 km östlich von Amsterdam, an der früheren Zuiderzee, von dem noch eine Randsee erhalten blieb. Weesp liegt am Fluss Vecht.

Die Stadt entstand im Mittelalter an der Grenze zwischen der Grafschaft Holland und dem Bistum Utrecht. Nach vielem Streit fiel sie 1317 endgültig Holland zu. Im Jahre 1355 erhielt die Grenzfestung Weesp das Stadtrecht. Nach einer vergeblichen Belagerung durch die Franzosen (1672) wurde die Festung erneuert. Im Jahre 1759 entstand, nach dem Vorbild Meißens, die erste Porzellanmanufaktur Hollands, die vorzügliche Produkte schuf, jedoch 1770 pleite ging, worauf die Produktion 1774 in Loosdrecht fortgesetzt wurde.

Zwischen Weesp und Naarden liegt das Vogelreservat Naardermeer.

Von Weesp nach Utrecht kann man per Boot über die Vecht oder mit dem Fahrrad am Ufer dieses Flusses über Maarssen und Breukelen eine Tour entlang vieler zwischen 1600 und 1850 von reichen Leuten erbauter Landsitze und Lustschlösser machen.

Das im Rokoko-Stil errichtete und 1776 vollendete Rathaus beherbergt eine schöne Sammlung Weesper Porzellan. Die St. Laurens-Kirche (Laurentiuskirche) aus dem Jahre 1462 im Zentrum hat ein Hemony-Glockenspiel.

Amsterdam-Rhein-Kanal
File:Amsterdam-Rhein-Kanal Driemond 01.jpg Der Amsterdam-Rhein-Kanal (Amsterdam-Rijnkanaal) wurde im Mai 1952 eröffnet. Er ist eine künstliche Wasserstraße, angelegt als Verbindung zwischen der Waal, dem größten Rheinarm im Mündungsdelta des Flusses und dem Hafen von Amsterdam. Er verfügt über drei Schleusen. Der Kanal führt vorbei an Utrecht und Nieuwegein und erreicht die Waal bei Tiel. Die Wasserstraße ist die kürzeste Schifffahrtsverbindung zwischen der niederländischen Hauptstadt und dem Ruhrgebiet. Der Amsterdam-Rhein-Kanal hat eine Länge von 72 km.



Amstel
Die Amstel ist ein 31 Kilometer langer, kanalisierter Fluss in Süden von Nordholland. Im Mittelalter wurde vom Fluss ausgehend das Moorgebiet trockengelegt. Das Gebiet wurde landwirtschaftlich genutzt, später auch Torf abgebaut, der als Brennstoff diente. Dadurch entstand Anfang des 13. Jahrhunderts in diesem Moorgebiet westlich von Ouderkerk die Moorarbeitersiedlung Amstelveen. Durch den Bau eines Damms im 13. Jahrhundert in der Flussmündung im nördlichen Teil von Nieuwer-Amstel entstand das Fischerdorf Amstelerdam, das am 27. Oktober 1275 erstmals urkundlich erwähnt wurde und Anfang 1300 die Stadtrechte erhielt. Durch die vorteilhafte Lage an der Zuiderzee, die Verkehrsverbindungen mit Deutschland und weiter nach Skandinavien und wegen der Flussverbindung nach Dordrecht und Antwerpen entwickelte sich die Siedlung zu einer kleinen Stadt, dem heutigen Amsterdam.

Ouderkerk

Ouderkerk an der Amstel ist ein Dorf in der Provinz Nordholland und gehört teilweise zu der Gemeinde Ouder-Amstel und der westliche Teil an der Mündung des Bullewijk zu Amstelveen.

Das Dorf liegt südlich von Amsterdam und östlich von Amstelveen, an der nördlichen Grenze der Provinz Utrecht. Der größte Teil des Dorfes liegt östlich der Amstel in der Gemeinde Ouder-Amstel. Der alte Dorfkern von Ouderkerk hat einige Sehenswürdigkeiten. Eine Kirche aus dem 18. Jahrhundert, die neugotische Urbanuskirche aus dem 19. Jahrhundert (nach einem Entwurf von Pierre Cuypers) sowie den alten portugiesisch-jüdischen Friedhof Beth Haim mit für die Niederlande einmaligen Grabmonumenten. Man nimmt an, dass dort die Burg der Herren van Amstel gestanden hat, woraus das Amstelland und Amsterdam entstanden sind. Ouderkerk ist etwa 200 Jahre älter als Amsterdam. Die Herren van Amstel waren Vasallen des Bischofs von Utrecht und später von den Grafen von Holland. Nördlich von Ouderkerk steht am Ouderkerkerdeich die Poldermühle De Zwaan. Südlich liegt der Polder Ronde Hoep, ein beliebtes Gebiet für Wanderer und Radfahrer.

 

Woerden

Woerden liegt 12 Kilometer westlich Utrecht, in Richtung Gouda, Den Haag, Rotterdam. Mit diesen Städten ist es durch Eisen- und Autobahnen verbunden, aber nur wenige Züge halten in Woerden. Die Stadt liegt an dem Fluss „Oude Rijn“, der aber für die Schifffahrt wenig Bedeutung mehr hat. Woerden hat eine Käsefabrik („Goudse kaas“), eine Fabrik für Desserts und Joghurt, sowie viele Handelsbetriebe. In der Umgebung gibt es viel Viehzucht und Gartenbau. In Woerden befindet sich die Weijers Domino Productions, die den „Domino Day“ veranstaltet.

Wo jetzt die Woerdener Innenstadt liegt, befand sich einst ein Römerkastell namens Laurii. Ab etwa 1160 war Woerden eine Grenzfestung des Bistums Utrecht gegen Holland. Graf Floris V. von Holland eroberte es vorübergehend für sein Land und ließ 1287 dort ein Schloss bauen. Woerden erhielt 1372 das Stadtrecht. Es wurde später zu einem wichtigen Käse- und Viehmarkt. Um 1570 gehörte die Gegend zum Herrschaftsbereich von Erich II., Herzog zu Braunschweig-Lüneburg, der als Lutheraner die lutherische Predigt tolerierte und förderte. Im Achtzigjährigen Krieg wurde es 1575 bis 1576 von den Spaniern belagert. Die Franzosen suchten die Stadt 1672, 1673, und, unter Napoléon Bonaparte, nochmals 1813 heim.

Auf dem Grundgebiet der Gemeinde liegen viele kleine Straßen mit schönen alten Bauernhöfen. Diese malerische Polderlandschaft eignet sich besonders für Radtouren. In der Innenstadt Woerdens steht das ehemalige, Anfang des 16. Jahrhunderts vollendete Rathaus; heute wird es als Heimatmuseum genutzt. Auch die Petrikirche (1375) ist sehenswert, sowie das zum Teil erhalten gebliebene Schloss. Dieser Gebäudekomplex stammt aus dem Jahre 1410, er diente lange Zeit als Kaserne, heute sind dort Büros und Werksgebäude untergebracht.

 

Oude Rijn

Der Oude Rijn ist ein Fluss in den Provinzen Utrecht und Südholland. Er ist ein Überbleibsel des früheren Rheins, der bei Wijk bij Duurstede unter dem Namen Kromme Rijn als Nebenarm des Nederrijns beginnt. Hinter Utrecht verläuft er als Leidse Rijn bis nach Harmelen, um von dort aus als Oude Rijn in die Nordsee zu münden. Entlang großer Strecken verlief, beziehungsweise verläuft noch heute ein Treidelweg.

Datei:Oude rijn leiden 2003b.jpg Der Oude Rijn hat eine Länge von 52 Kilometern und beginnt an der Eisenbahnbrücke von Harmelen. Er läuft in westlicher Richtung weiter durch Woerden, wo die Korte Linschot südwärts abzweigt und der Oude Rijn einen Teil der Singelgracht bildet. Hinter Woerden zweigt die Grecht nach Norden ab. Weiter fließt er durch Nieuwerbrug, Bodegrave und Zwammerdam. Dort mündet die De Meije in den Oude Rijn. In Alphen aan den Rijn münden die Gouwe in südlicher, und der Aarkanal in nördlicher Richtung in den Fluss. Kurz vor Kouderkerk aan den Rijn zweigt der Lutteke Rijn ab, der aber östlich der Kouderkerkse Brücke sich wieder mit dem Oude Rijn verbindet. Danach fließt er am Hazerwoude-Rijndijk entlang. Hinter Zouterwoude- Rijndijk und Leiderdorp, wo die Does mündet, erreicht er Leiden. Dort teilt er sich in den Rijn-Schiekanal (Richtung Süden) und die Zijl (Richtung Norden). Der Oude und der Nieuwe Rijn sind Teile des Leidener Grachtensystems und fließen im Stadtzentrum zusammen. Ab da heißt der Fluss nur noch Rijn. Kurz bevor er Leiden verlässt, mündet der Korte Vliet. Nach Oegstgeest und Katwijk mündet er in den Oegsgeesterkanal. Als Uitwateringskanaal mündet er in der Nordsee. Die ursprüngliche Mündung liegt etwas weiter nördlich, aber diese versandete um 1163.



Alphen

Alphen aan den Rijn ist eine Stadt mittlerer Größe in der Provinz Südholland in den Niederlanden und liegt am Oude Rijn zwischen Leiden, Gouda und Bodegraven.

Alphen aan den Rijn liegt an der Mündung des kleinen Flusses Aar in den Oude Rijn, der von Utrecht kommend nach Leiden fließt. Alphen wird an der Ostseite durch die Gouwe und den Aarkanal begrenzt. Der Oude Rijn durchfließt Alphen. Es gibt fünf Brücken über den Oude Rijn, wovon zwei nur für Fußgänger freigegeben sind. Im Oktober 2001 wurde Alphen aan den Rijn zur grünsten Stadt der Niederlande gekürt. Im September 2002 wurde Alphen aan den Rijn dieser Titel europaweit zuerkannt.

Der Name Alphen leitet sich vermutlich vom römischen castellum Albanianae („Siedlung am weißen Wasser“) ab. Das Gebiet um Alphen aan den Rijn wurde bereits vor 2000 Jahren besiedelt.

In der römischen Zeit war der Oude Rijn der Hauptarm des Rheins. Durch Ablagerungen des Flusses entstanden höher gelegene Ufergebiete. Im heutigen Zentrum der Stadt erbauten die Römer das Castellum Albanianae und die erste Brücke über den Oude Rijn. Seit der Regierungszeit des römischen Kaisers Claudius (41-54 n. Chr.) waren zur Verteidigung der nördlichen Grenze am Rhein römische Soldaten in Albanianae stationiert. Im nahe gelegenen Dorf Zwammerdam wurden Reste eines römischen castellums gefunden. Durch den entstehenden Handel entwickelte sich Alphen aan den Rijn zu einem bedeutenden Handelszentrum in der Region. Germanische Überfälle beendeten dies allerdings im Jahr 204.

Nach vielen Problemen und Überschwemmungen, vor allem in Utrecht und Leiden wurde der Oude Rijn 1122 bei Wijk bij Duurstede abgedeicht. Der Lek genannte Arm wurde dadurch der Hauptarm des Rheinwassers. Am Oude Rijn hat es seitdem keine Überschwemmungen mehr gegeben.

 

Leiden

Die Stadt liegt zwischen Amsterdam (etwa 45 km nordöstlich) und Den Haag (etwa 18 km südwestlich). Sie hat 118.231 Einwohner.

Obwohl viele behaupten, Leiden sei identisch mit der römischen Siedlung Lugdunum Batavorum, muss davon ausgegangen werden, dass die Stadt erst im 11. Jahrhundert als Siedlung um die Burcht herum entstanden ist. Dennoch bediente sich Leiden dieses lateinischen Namens bis in die frühe Neuzeit. Jedoch war die römische Siedlung mehr in der Nähe von Katwijk als von Leiden gelegen. Der Wollhandel mit England und Flandern brachte Leiden im 13. und 14. Jahrhundert zur Blüte. Der holländische Graf Floris V. verlieh Leiden 1266 das Stadtrecht. Das 15. Jahrhundert war, wegen der Wirren der Hoekse und Kabeljauwse Twisten, ein Bürgerkrieg, eine Epoche des wirtschaftlichen Rückgangs.

Im Achtzigjährigen Krieg schloss sich Leiden dem Aufstand gegen die Spanier an. Nach einer seit dem 25. Mai währenden Belagerung gelang es den Geusen, unter anderem durch Fluten der umliegenden Polder, am 3. Oktober 1574 die Stadt zu befreien. Die Legende will, dass nach der Vertreibung der spanischen Belagerer in deren Lager eine Pfanne mit Möhren-Eintopf (hutspot) gefunden wurde. Damit konnte die ausgehungerte Stadtbevölkerung erstmals wieder eine ordentliche Mahlzeit haben. Darum wird dieses Gericht jedes Jahr bei den Feiern von Leidens ontzet am 3. Oktober in allen Restaurants serviert. Als Dank für den von den Leidenern gezeigten Mut bekam die Stadt kurz darauf, kraft Beschluss der Regierung unter der Führung Wilhelms von Oranien, die erste Universität der Republik der Niederlande.

Darauf flohen viele Protestanten aus Antwerpen, Brüssel und anderen von den Spaniern eroberten Gebieten nach Leiden, so dass die Stadt zwischen 1575 und 1650 mehrmals ihre Stadtmauern erweitern musste. In dieser Epoche erlebte Leiden eine großartige kulturelle und wissenschaftliche Entwicklung: Maler wie Rembrandt und seine Schüler und Wissenschaftler wie Antoni van Leeuwenhoek, der Entdecker der Bakterien, lebten und wirkten in Leiden.

Nach etwa 1700 trat jedoch wieder Verfall ein. Aber bis heute ist die Universität Leiden, an der auch die zur Königswürde bestimmten Mitglieder des niederländischen Königshauses studieren, eine Hochburg der Wissenschaft in Holland geblieben.

Am 12. Januar 1807 ereignete sich mitten in der Stadt eine Katastrophe. Ein mit 17.400 Kilogramm Schießpulver beladenes Schiff explodierte. 151 Personen wurden dadurch getötet, über 2.000 verletzt und etwa 220 Häuser zerstört.

 

Sehenswürdigkeiten:

Die Pieterskerk („St. Petrikirche“), Baubeginn 1121, stammt größtenteils aus dem 16. Jahrhundert. In dieser Kirche befinden sich viele Grabmale berühmter Niederländer. St. Petrus ist der Schutzpatron Leidens, daher die Schlüssel im Stadtwappen (der Heilige Petrus verfügt über die Schlüssel der Himmelspforte). Zu besonderen Anlässen wie z.B. Ehrenpromotionen oder Jubiläen wird die Pieterskerk von der Universität als Aula genutzt. – Eine weitere gotische Kirche ist die Hooglandse Kerk, die mit ihrer Größe hoch über die sie umgebenden Häuser im Stadtzentrum hinausragt.

Das Hauptgebäude der Universität liegt an einer der bekanntesten Grachten in ganz Holland, der Rapenburg, und war ursprünglich eine Klosterkirche.

Verbreitet über die ganze Stadt gibt es viele hofjes. Das sind Gruppen kleiner, oft ihrer Einfachheit wegen sehr beliebter Häuser, meist um einen Hof mit Brunnen oder Kräutergarten, die zwischen 1600 und 1900 von reichen Leuten gestiftet wurden. Gedacht als private Alters-, Witwen-, oder Armenfürsorge-Einrichtungen (vergleiche die Fuggerei in Augsburg, werden diese Häuschen jetzt oft von Studenten oder Krankenschwestern bewohnt. Diese hofjes stehen alle unter Denkmalschutz.

Die Burcht ist ein künstlich aufgeworfener Fluchthügel aus dem 11. oder 12. Jahrhundert, der im 17. Jahrhundert befestigt und ummauert wurde. Er bietet einen guten Überblick über die Innenstadt. Im Sommer finden hier einige Veranstaltungen wie z.B. Theateraufführungen statt.
In Leiden gibt es mehrere alte Häuser. Das Haus, in dem der Maler Rembrandt geboren ist, besteht jedoch nicht mehr. Lediglich eine Gedenktafel an einem Neubau des 20. Jahrhunderts erinnert an die ersten Jahre dieses Sohnes der Stadt. Sehenswert sind auch zwei Stadttore und eine Windmühle, ähnlich der, die Rembrandts Vater betrieb.

Eine Besonderheit Leidens sind die Muurgedichten  (Mauergedichte), die auf Häuserwänden im Straßenraum der Innenstadt zu sehen sind. Die 101 Texte von bekannten und unbekannten Dichtern aus aller Welt sind Ergebnis eines Projekts, das 1992 mit einem Gedicht von Marina Iwanowna Zwetajewa begonnen hatte und 2005 mit dem Gedicht De Profundis von Federico García Lorca beendet wurde. Die Gedichte sind in unterschiedlicher Gestaltung in der Originalsprache und -schrift auf die Wände der Häuser gemalt. 

 

Gouda

Gouda ist eine Stadt in den westlichen Niederlanden (Provinz Südholland) mit 70.000 Einwohnern. File:Gouda-Canal-Blekerssingel.JPG Gouda ist weltbekannt für den gleichnamigen Goudaer Käse, der aber nicht in der Stadt, sondern in deren Umland hergestellt wird. Er wurde jedoch von Gouda aus gehandelt, wobei die Stadtbehörden für eine strenge Qualitätskontrolle sorgten. Die Stadt liegt am Zusammenfluss von Holländischer IJssel und Gouwe.

Um 1000 war das Gebiet um Gouda noch Sumpfland. Danach begann man mit Dammbau und Trockenlegung. 1143 wird der Name „Gouda“ in einer Urkunde des Bischofs von Utrecht erstmals erwähnt. Etwa im Jahr 1225 wurde das Flüsschen Gouwe durch einen Kanal mit dem Alten Rhein verbunden. Die Mündung der Gouwe in die Holländische IJssel wurde zu einem Hafen ausgebaut. Nun lag der Ort an einer wichtigen Handelsroute, die Flandern und die Niederlande mit Frankreich einerseits und dem Baltikum andererseits verband. 1272 garantierte Graf Floris V. Gouda, das inzwischen zu einem bedeutenden Ort gewachsen war, das Stadtrecht. 1361 und 1438 wüteten große Stadtbrände. 1572 wurde die Stadt von Geusen besetzt, geplündert und teilweise niedergebrannt. 1602 wütete in Gouda wie andernorts in den Niederlanden die Pest. Erst 1750 hat sich die Bevölkerungszahl davon erholt. Von 1830 an wird die Stadtmauer geschleift, um Platz für weiteres Wachstum zu schaffen, das letzte Tor wird 1854 abgerissen.

 

Sehenswürdigkeiten:

Das Stadthaus in der Mitte des Marktplatzes ist eines der ältesten gotischen Rathäuser der Niederlande. Es wurde zwischen 1448 und 1450 nach dem letzten großen Stadtbrand aus Naturstein erbaut. Die Treppe im Stil der Renaissance stammt aus dem Jahr 1603. Um 1692 und 1880 wurden Umbauten durchgeführt. Die letzte Restaurierung fand 1996 statt. Die Frontbemalung von 1952 zeigt burgundische Adlige, aus demselben Jahr stammt auch das Glockenspiel mit mechanischen Rittern auf Pferden. Die Inneneinrichtung stammt aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Stolz ist man auf die Wandtäfelung im Trausaal. Alljährlich gibt es Mitte Dezember einen Kerzenfestabend, bei dem das Rathaus mit über 2500 Kerzen beleuchtet ist.

Das Waaghaus, an der Nordseite des Marktes gelegen, wurde 1668 von Pieter Post, einem der bedeutendsten Architekten dieser Epoche erbaut. An diesem Gebäude stellt ein Relief dar, wie man früher den Käse wog.

Die Sint Janskerk (dt: Sankt-Johannes-Kirche) liegt südöstlich des Marktplatzes und ist mit 123 m Länge die längste Kreuzkirche der Niederlande. Sie hat berühmte Glasfenster, auf niederländisch als Goudse Glazen bekannt. 14 von 70 Fenstern aus der Zeit zwischen 1530 und 1603 stammen von den Gebrüdern Dirck Crabeth (um 1505–1574) und Wouter Crabeth (1520–1589), die sie in den Jahren 1555 bis 1577 schufen. Sie waren damals die besten und bekanntesten Glasmaler der Region. Auch nach der Reformation wurden weitere Fenster eingefügt, allerdings mit anderen Themen. Stifter waren unter anderen Prinz Wilhelm I. von Oranien-Nassau und seine Frau Anna von Sachsen, sowie sein Erzfeind Philipp II. und dessen Frau Mary Tudor, die Bloody Mary.

Südlich der Sint Janskerk - Achter de Kerk - befindet sich das ehemalige Stadthospital Het Catharina Gasthuis. Hier ist heute das Stadtmuseum untergebracht, das unter anderem eine Gemäldesammlung beherbergt. Am Eingang zum Museum, dem sogenannten Lazarus-Portal, findet sich ein Relief des Bildhauers Gregorius Cool (ca. 1570-1629).

Weiter südlich liegt das Museum De Moriaan, in dem seit Dezember 2007 das Nationale Pharmazeutische Museum zu sehen ist. 

Neben der Stadt Gouda fließt der geschlängelte Fluss Gouwe vorbei. Der Fluss ist 19 km lang und entspringt aus einer kleinen Bergquelle. Er ist ein Geheimtipp für Angler, die Aale fangen wollen. Durch das saubere Quellwasser fühlen sich die Aale dort sehr wohl, sodass sie sich rasch vermehren.

 

Hollandse IJssel

Die Hollandse IJssel (deutsch„Holländische Issel“) ist ein 46 Kilometer langer Fluss in den niederländischen Provinzen Utrecht und Südholland. Sie fließt von Nieuwegein über Gouda nach Krimpen aan den IJssel, einem Vorort von Rotterdam. Dort mündet sie in die Nieuwe Maas. Die Hollandse IJssel ist unterhalb Gouda mit Schiffen bis 2000 t befahrbar.

Die Hollandse IJssel war ursprünglich ein Seitenarm des Lek, der nahe bei Nieuwegein begann. Aus zwei Gründen musste der Arm im 13. Jahrhundert abgetrennt werden: durch die Abdämmung des Rheins bei Wijk bij Duurstede wurde der Lek größer, und die Trockenlegung des holländischen Moorgebietes benötigte eine gute Entwässerung. Dies konnte allerdings nur funktionieren, wenn der Pegel der IJssel niedriger war. Graf Floris V. ließ 1285 den Dam bij het Klaphek bauen. Seitdem wird die Hollandse IJssel nur noch aus Kanälen gespeist. Mitten in Nieuwegein zweigt die Hollandse IJssel vom Merwede-Kanal ab, kurz darauf zweigt die Kromme IJssel ab, der Fluss fließt weiter nach IJsselstein. Von da fließt die Hollandse IJssel in nordwestlicher Richtung nach Montfoort. Über Willeskop erreicht sie Oudewater. Kurz vor Gouda liegt der Schleusenkomplex De Waaiersluis, von da an ist die Hollandse IJssel kanalisiert. Über die Mallegatschleuse kann in der Stadt Richtung Norden zur Gouwe gefahren werden. Westlich von Gouda liegt die Julianaschleuse, die über einen kurzen Kanal an die Gouwe angebunden ist; dies ist die meistbenutzte Verbindung Richtung Norden.

Der Gezeiteneinfluss reicht bis Gouda und schwankt je nach Jahreszeit zwischen 1,80 und 3,30 Meter. Unterhalb von Gouda wird der Fluss breiter und durchquert Gouderak-Moordrecht, Nieuwerkerk und das kleinere Ouderkerk. Danach fließt die Hollandse IJssel durch die Städte Krimpen aan den IJssel am linken, und Capelle aan den IJssel am rechten Ufer. Zwischen beiden Städten ist seit 1958 das Sturmflutwehr Holländische IJssel, das älteste Element des Deltaplans. Bei Kralingsveer mündet der Fluss in die Nieuwe Maas. Gegenüber liegt die ehemalige Insel IJsselmonde.

 

IJsselstein

IJsselstein ist eine Gemeinde in der niederländischen Provinz Utrecht. Der Name IJsselstein wird von der Holländischen IJssel hergeleitet. IJsselstein entstand als Niederlassung im Bereich der Burg IJsselstein, die im Jahr 1279 zum ersten Mal erwähnt wird. Die Burg kam in den Besitz von Gijsbrecht van Amstel, der sich später auch Gijsbrecht van IJsselstein nannte.

Vermutlich erhält das Dorf zwischen 1331 und 1360 die Stadtrechte. 1390 werden die Stadtmauern errichtet. Vielleicht war dies schon die zweite Stadtmaueranlage. Seit 1398 war an der Nikolauskirche ein Kanonikerstift ansässig. 1417 wird die Burg IJsselstein geschleift. 1418 und 1466 wird die Stadt verwüstet. Nach 1466 wird ein Gebiet von einer neuen Stadtmauer begrenzt, das nur noch ungefähr halb so groß ist wie früher. Etwa 1467 wird die Burg Ijsselstein unter der Regie von Frederik van Egmond erneut aufgebaut. 1551 kommt IJsselstein in den Besitz von Wilhelm von Oranien (Willem van Oranje). Um 1815 wird IJsselstein in die Provinz Utrecht eingegliedert. Ab 1852 wird die Stadtmauer nach und nach größtenteils abgebrochen.

 

Nieuwegein

Nieuwegein ist eine niederländische Stadt der Provinz Utrecht. Das Stadtgebiet schließt unmittelbar südlich an der Stadt Utrecht an. Nieuwegein wurde in den 1970er Jahren aus den bisherigen Gemeinden Vreeswijk und Jutphaas gebildet. Vreeswijk liegt mit seinem Zentrum unmittelbar am Lek, einem der niederländischen Rheinarme. Durch das Gebiet von Nieuwegein führen mehrere Kanäle: der Amsterdam-Rhein-Kanal, der Lekkanal und der Merwede-Kanal.

In Nieuwegein leben Tausende Pendler, die in der Stadt Utrecht arbeiten; die Stadt wurde eigens dazu in den 1970er Jahren so stark ausgebreitet wie sie jetzt ist. Die Stadt hat keinen eigenen Eisenbahnanschluss, ist aber durch die sneltram genannte Stadtbahn, die nahezu ausschließlich auf eigenem Gleiskörper verkehrt, in 15 bis 20 Minuten vom Utrechter Hauptbahnhof zu erreichen.

Im 13. Jahrhundert lag hier eine Stadt namens Het Gein. Diese hatte vom deutschen Kaiser um 1295 ein Flusszollrecht erhalten. Im Jahr 1333 fiel sie einem Bürgerkrieg zum Opfer und wurde zerstört. Der Ort Vreeswijk soll eine friesische Siedlung gewesen sein. Es hatte bedeutende Schleusen, die 1481 in einem weiteren Bürgerkrieg zerstört und darauf erneuert wurden. Das Dorf Jutphaas entstand im Mittelalter entlang des Flusses Kromme Rijn. Es war im 17. Jahrhundert eine nicht unbedeutende Schiffersiedlung. Wie schon erwähnt, wurden diese Dörfer 1971 zusammen zur neuen Gemeinde Nieuwegein; zwischen den alten Kernen entstand darauf ein modernes Stadtzentrum.

 

Utrecht

Die niederländische Gemeinde Utrecht ist die Hauptstadt der Provinz Utrecht. Am 30. November 2009 betrug die Einwohnerzahl 306.184 (Agglomeration 660.000). Utrecht ist die viertgrößte Stadt der Niederlande. Im Westen ist, rings um das ehemalig selbständige Dorf Vleuten, ein großes Neubauviertel, Leidsche Rijn, im Bau.
File:Visbrug Oudegracht.jpgBereits im Jahre 48 n. Chr. gab es an dieser Stelle auf Grund der günstigen Lage der Flusslandschaft mit ihren Flüssen Nederrijn, Lek, Waal und Merwede eine römische Siedlung, die möglicherweise Traiectum („Flussübergang“) hieß. Um 690 errichtete der heilige Willibrord hier eine Mission. Für die Gebäude wurden die römischen Ruinen wiederverwendet.

Im 12. Jahrhundert wurde Utrecht eine ummauerte Stadt. Als Bischofssitz war sie von größter Bedeutung und die Stadt ist daher reich an mittelalterlichen Kirchen. Im Jahr 1559 wurde Utrecht Sitz eines Erzbistums. Im Jahre 1576 gab es in der Stadt einen Aufstand gegen die Spanier, und die Zitadelle Vredenburg wurde eingenommen und zerstört.

Im Jahre 1636 wurde die Universität gegründet. 1723 kam es zum Schisma zwischen dem Klerus des Erzbistums Utrecht und dem Heiligen Stuhl, wodurch die Alt-Katholische Kirche der Niederlande entstand. Erst 1853 wurde Utrecht auch wieder Sitz eines römisch-katholischen Erzbischofs. Heute gibt es in Utrecht daher zwei Erzbischöfe, einen römisch-katholischen und einen alt-katholischen.

Der Name Utrecht tauchte immer wieder bei wichtigen Verhandlungen und Verträgen, die von welthistorischer Bedeutung waren, auf. Hier wurde unter Anderem nach dem Ende der spanischen Erbfolgekriege im 18. Jahrhundert ein Vertrag ausgehandelt, der neben der Regelung der Großmächte in Europa auch den Kolonialbesitz dieser regelte. Ferner wurde hier bereits im 15. Jahrhundert ein Vertrag ausgehandelt, um die Besitzansprüche der Hanse klar abzustecken.



Sehenswürdigkeiten:

·        Catharijneconvent, bedeutendes Museum für Religionsgeschichte; es befindet sich im ehemaligen Katharinenkloster

·        Kirchen, alte: unter anderem die Buur-, Jans-, St. Petri-, Nikolai-, Jacobi-, Geerte- (= Gertrudis)-Kirche

·        Nederlands Spoorwegmuseum, das Niederländische Eisenbahnmuseum

·        Haus Oudaen (um 1300)

·        Paushuize und einige alte Häuser und Stadtschlösser, Paushuize: hier lebte (1517) der Papst Hadrian VI.

·        Rietveld-Schröder-Haus, im Stil der Moderne, von 1923, Weltkulturerbe

·        die Stadt hat, als Universitätsstadt, viele Kneipen und Restaurants

·        Universitätsmuseum

·        der Utrechter Dom, einer der bedeutendsten der Niederlande. Seit das Langhaus 1674 durch einen Orkan einstürzte, klafft eine Lücke zwischen der Vierung und dem Westturm, mit 112,5 Meter der höchste Kirchturm des Landes. Er hat ein Hemony-Glockenspiel aus dem 17. Jahrhundert

·        Museum Van Speelklok tot Pierement, ein Museum für Spieluhren und Drehorgeln

·        Centraal Museum Utrecht (alte und moderne Kunst)

·        die Doopsgezinde Kerk, eine versteckte Kirche (Schuilkerk) der Utrechter Taufgesinnten

·        Einige ehemalige Stadtbahnfahrzeuge der Type E6/c6, welche in Wien die Linie U6 befuhren, wurden nach Utrecht verkauft, um im dortigen Straßenbahnnetz eingesetzt zu werden.


Rückreise
 
Harzgebirge

Der Harz, bis ins Mittelalter Hart (= „Bergwald“) genannt, ist ein Mittelgebirge in Deutschland. Er stellt das höchste Gebirge Norddeutschlands dar und liegt am Schnittpunkt von Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Der Brocken ist mit 1.141,1 m ü. NN höchster Berg des Harzes. Durch das westliche Drittel des Harzes verlief bis 1990 die deutsch-deutsche Grenze. Das Brockenplateau und weitere grenznahe Harz-Gipfel waren ein großes militärisches Sperrgebiet, in das erstmals am 3. Dezember 1989 demonstrierende Wanderer kamen. Der Tourismus zum Brocken ist seitdem sehr intensiv geworden – ca. 1,3 Mio. Menschen besuchen jährlich die Brockenkuppe. Das ehemalige Sperrgebiet weist heute zahlreiche schutzwürdige Lebensräume auf, sodass es als Grünes Band entwickelt wird. 
File:Nationalpark-harz.jpgDer Harz wird heute nur noch durch die Harzer Schmalspurbahnen erschlossen, die Wernigerode, Nordhausen, Quedlinburg und den Brocken miteinander verbinden. Bis zur Grenzschließung schloss sich daran das Netz der Südharz-Eisenbahn-Gesellschaft nach Braunlage an.

Der im Harz gelegene Nationalpark Harz ist der größte Waldnationalpark in Deutschland. Er umfasst mit seinen 24.700 ha (15.800 ha in Niedersachsen und 8.900 ha in Sachsen-Anhalt) ungefähr zehn Prozent der Gesamtfläche des Harzes rund um den Brocken, von Herzberg im Süden bis Bad Harzburg und Ilsenburg im Norden. Der Park ist Teil des europäischen Schutzgebietssystems „Natura 2000“. 95 Prozent des Gebietes sind von Wäldern, vor allem Fichten- und Buchenwäldern, bedeckt. Neben den ausgedehnten Waldgebieten nehmen Moore wegen ihrer besonderen Ausprägung eine herausragende Stellung ein. Landschaftsprägend sind ferner Granitklippen und Bergbäche. Die Region bietet viele Sehenswürdigkeiten. Hauptziel der meisten Besucher ist der Brocken. Hier gibt es die Möglichkeit, die Geschichte des Brockens in der ehemaligen „Stasimoschee“, dem heutigen Brockenhaus, aktiv zu erleben. Der Nationalpark bietet in seinen Infohäusern umfangreiche Ausstellungen zu verschiedenen Themen. Beispielsweise wird in Sankt Andreasberg auf Bergbau und Geologie oder im Haus der Natur in Bad Harzburg speziell auf den Lebensraum Wald eingegangen.

Daneben sind gerade die natürlichen Besonderheiten sehenswert. Sehr beliebt bei den Besuchern sind neben dem Brocken die Wolfswarte bei Torfhaus oder der Hohnekamm mit den Leistenklippen. Beliebte Wanderungen sind, neben der Brockentour, die Touren rund um Lonau, den Oderteich oder entlang des Rehberger Grabens im Westteil des Parkes. Im Ostteil machen viele Besucher Wanderungen zum Hohnekamm oder durch das Ilsetal zur Eckertalsperre. Im Nordteil des Oderteichs und im Silberteich darf sogar gebadet werden.

Im Harz lebt heute wieder der Europäische Luchs. Dieser galt seit dem frühen 19. Jahrhundert in dieser Gegend als ausgerottet. 1999 wurde beschlossen, den Luchs wieder anzusiedeln. Allein zwischen 2000 und 2004 wurden 19 Luchse aus Zoonachzuchten ausgewildert. Vor der Freilassung werden die Tiere in einem großen Eingewöhnungsgehege auf die Freiheit vorbereitet. Zusätzlich gibt es bei der Nationalpark-Waldgaststätte Rabenklippe ein Schaugehege, in dem die scheuen Katzen auch von den Nationalparkbesuchern beobachtet werden können. Seit 2002 gibt es mehrere Nachweise von in freier Natur geborenen Jungtieren.


Auf dem Gebiet des Harzes werden vorwiegend ostfälische und thüringische Mundarten gesprochen. Zur Verdeutlichung folgt der Refrain eines Sankt Andreasberger Heimatliedes:

Eb de Sunne scheint, ebs stewert, schtarmt, ebs schneit,
bei Tag un Nacht ohmds oder frieh
wie hämisch klingst de doch
du ewerharzer Sproch
O Annerschbarrich wie bist de schien.

 

Bad Harzburg

Bad Harzburg ist eine Stadt im Landkreis Goslar im Süden Niedersachsens (Deutschland). Sie liegt am Nordrand des Harzes und ist auch als Soleheilbad und heilklimatischer Kurort bekannt. 1569 wurde von Herzog Julius eine Solequelle gefunden und für die Saline Juliushall erschlossen. Im Dreißigjährigen Krieg wurden sämtliche Dörfer zerstört. Ab 1831 war Neustadt als Kur- und Badeort bekannt. 1851 wurde die Saline geschlossen und es entstand der eigentliche Badebetrieb.

Seilbahn auf den Burgberg mit Blick auf den Brocken…